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Deutsche vermuten resistente Bakterien nicht in ihrem Umfeld

Donnerstag, 22. Januar 2015

dpa

Berlin – Auf eine verzerrte öffentliche Wahrnehmung der Antibiotikaresistenzen hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nach einer entsprechenden Befragung hingewiesen. Danach halten die Verbraucher in Deutschland mehrheitlich die Tierhaltung und den Antibiotikagebrauch für die Ursache der zunehmenden Antibiotikaresistenzen.

„Die große Mehrheit der Verbraucher hat zwar bereits von antibiotikaresistenten Bak­terien gehört. Allerdings vermuten die meisten Befragten solche Keime eher nicht im eigenen Haushalt“, sagte Andreas Hensel, Präsident des BfR auf dem Forum „Herausforderung Antibiotikaresistenz - eine ganzheitliche Betrachtung und neueste Erkenntnisse zur Risikowahrnehmung“ heute auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

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„Krank machende Bakterien werden generell seitens der Bevölkerung weniger im eigenen Haushalt, sondern im öffentlichen Raum und in Krankenhäusern sowie in Tierställen vermutet“, so Hensel. Hier sei also noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, damit sich Verbraucher besser schützen könnten.

Das BfR hat Mitte Januar diesen Jahres 1.005 Deutsche befragt. Danach gaben 82 Prozent an, bereits von Antibiotikaresistenzen gehört zu haben, 64 Prozent der Verbraucher sind über das Thema beunruhigt. Obwohl die Problematik in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt ist, hält es nur eine Minderheit von knapp 20 Prozent für wahrscheinlich, im eigenen Haushalt mit Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. Ein Großteil der Befragten erwartet somit auch keine resistenten Bakterien im eigenen Haushalt.

Jene Befragten, welche die Ursache für Resistenzen im Antibiotikaeinsatz beim Menschen sehen, geben als häufigste Ursache eine fehlerhafte Verschreibung vom Arzt an (43 Prozent), ein Drittel vermutet eine fehlerhafte Anwendung der Medikamente durch die Patienten.

„Die Ergebnisse zeigen, dass es ein ausgeprägtes Bewusstsein für das Problem der Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Bevölkerung gibt. Die Ursache hierfür wird seitens der deutschsprachigen Bevölkerung hauptsächlich im Bereich der Tierhaltung gesehen, nur ein Viertel der Befragten nennt die Humanmedizin als Ursprung“, so die Zusammenfassung des BfR. © hil/aerzteblatt.de

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