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Medizin

Transorale Fundoplikatio bei GERD effektiv

Montag, 26. Januar 2015

Portland –  Die Anlage einer Fundoplikatio mit einem speziellen Endoskop hat in einer Vergleichsstudie Patienten mit gastro-ösophagealer Refluxkrankheit (GERD) häufiger von ihrem Sodbrennen befreit als eine fortgesetzte Therapie mit Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI). Die American Gastroenterological Association rechnet aufgrund der in Gastroenterology (2015; 148: 324–333.e5) publizierten Ergebnisse mit einem häufigeren Einsatz der seit mehreren Jahren verfügbaren Therapie.

Die Fundoplikatio versucht, den Rückfluss von Magensaft zu unterbinden, indem sie einen Teil des Magenfundus als Manschette um die untere Speiseröhre vernäht. Die in den 1950er Jahren von dem Chirurgen Rudolf Nissen entwickelte Operation erfolgt heute zunehmend laparoskopisch. Es hat jedoch nicht an Versuchen gefehlt, den Eingriff endoluminal durchzuführen.

Zum Einsatz kommen spezielle Endoskope, deren vorderes Ende zurückgeklappt werden kann. Dadurch wird ein Teil der Magenwand von außen an den Ösophagus gedrückt und dann mittels Klammern an diesem befestigt. Durch Drehen des Endoskops werden dann so viele Nähte gesetzt, bis die Manschette fertig gestellt ist. Dies ist technisch schwierig und die meisten Spezialendoskope, die in den letztem beiden Jahrzehnten eingeführt wurden, sind wieder vom Markt verschwunden.

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Eine Ausnahme bildet EsophyX des Herstellers EndoGastric Solutions aus San Mateo in Kalifornien. Sein Endoskop wurde in Europa vor neun und in den USA vor sieben Jahren eingeführt. Die Erfahrungen waren anfangs gemischt, doch mittlerweile scheinen einige Zentren eine gewisse Routine erworben zu haben. Acht US-Kliniken haben die Effektivität der Behandlung jetzt in einer randomisierten Studie mit einer Scheinbehandlung verglichen.

Das Team um John Hunter von der Oregon Health & Science University in Portland verteilte 129 Patienten mit schweren Refluxsymptomen, die auf eine Therapie mit einem PPI nur teilweise angesprochen hatten, auf zwei Gruppen. In einer Gruppe wurde die transorale Fundoplikatio mit dem EsophyX-2-Gerät durchgeführt und die Patienten nahmen in den folgenden sechs Monaten Placebos ein. In der zweiten Gruppe wurde eine Endoskopie ohne Fundoplikatio durchgeführt. Diese Patienten wurden dann über sechs Monate mit einem PPI weiterbehandelt.

Der primäre Endpunkt, eine deutliche Linderung der GERD-Symptome, insbesondere aber eine Befreiung vom lästigen Sodbrennen, wurde sechs Monate nach der Behandlung mit dem EsophyX-2-Gerät von 67 Prozent der Patienten berichtet gegenüber 45 Prozent unter der medikamentösen Therapie (nach der Schein­behandlung). Als Misserfolg wurde die Fundoplikatio von 11 Prozent eingestuft gegenüber 36 Prozent unter einer medikamentösen Weiterbehandlung. Auch die pH-Metrie und spätere endoskopische Kontrollen zeigten, dass die transorale Fundoplikatio durchaus in der Lage ist, den Reflux zu begrenzen und die Ösophagitis zur Abheilung zu bringen.

Unklar ist derzeit, ob sich die transorale mit der laparoskopischen oder der offenen Fundoplikatio nach Nissen messen lassen kann. Der Hersteller hat hierzu zusammen mit der American Gastroenterological Association im letzten Jahr ein Patientenregister (STAR Registry) eingerichtet. Es soll nicht zuletzt prüfen, ob die Gastroenterologen außerhalb der universitären Zentren gleich gute oder bessere Ergebnisse erzielen und ob die Erfolge der Operation von Dauer sind.

© rme/aerzteblatt.de

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