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Politik

TAVI und Clipverfahren: G-BA beschließt Mindeststandards für alle Kliniken

Montag, 26. Januar 2015

Berlin – Für minimalinvasive Herzklappeninterventionen gelten künftig Mindeststandards. Diese hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) am 22. Januar einstimmig formuliert. Krankenhäuser, die kathetergestützte Aortenklappenimplantationen (TAVI) oder das Clipverfahren an der Mitralklappe durchführen wollen, müssen diese Anfor­derungen erfüllen. Ziel sei, das Komplikationsrisiko zu senken und die Behandlung im Fall von Komplikationen zu verbessern, so der G-BA.

„Die Indikationsstellung zur TAVI hat interdisziplinär abgestimmt zwischen Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesiologie in dem sogenannten HEART-Team zu erfolgen“, erläuterte Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung, eine der neuen Vorgaben. „Während des Eingriffs müssen sämtliche Teammitglieder durchgehend anwesend sein. Da Komplikationen aber auch nach dem Eingriff nicht ausgeschlossen sind, haben wir den internationalen Leitlinien entsprechend festgelegt, dass TAVI nur an Krankenhäusern mit beiden Fachabteilungen – Kardiologie und Herzchirurgie – durchgeführt werden darf“, ergänzte sie. So werde „ein bestmöglicher Sicherheitsstandard für Patienten“ geschaffen.

Übergangsfrist gilt bis 30. Juni 2016
Für Krankenhäuser mit kardiologischen Fachabteilungen, die derzeit die TAVI vornehmen, aber keine herzchirurgische Versorgung sicherstellen können, gilt eine Übergangsfrist bis 1. Juli 2016. In diesem Zeitraum können sie die Eingriffe weiterhin vornehmen, sofern die Versorgung durch Kooperationsvereinbarungen sichergestellt wird. Danach muss dies in einer eigenen herzchirurgischen Abteilung efolgen. Beim Clipverfahren an der Mitralklappe muss das durchführende Krankenhaus mindestens über eine der beiden Fachabteilungen verfügen. Ergänzend sind auch in diesem Fall Kooperationsvereinbarungen mit externen Fachabteilungen möglich..

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„Die Übergangsregelung gibt den betroffenen Häusern Zeit, sich umzustellen“, betonte Bernd Metzinger als Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Für die Zukunft werde ein hohes Versorgungsniveau festgeschrieben. Allerdings hätten bislang auch Kliniken ohne herzchirurgische Abteilung keine schlechtere Qualität in diesem Bereich erbracht, ergänzte er.

Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA, betonte, man habe „sehr lange und ausführlich“ über die neuen Qualitätsvorgaben beraten. Schließlich müssen sich kathetergestützten Aortenklappeneingriffen vor allem sehr kranke und sehr alte Patienten unterziehen, weshalb eine Reduktion der Komplikationsraten anspruchsvoll ist.

Nach Erkenntnissen aus der externen stationären Qualitätssicherung waren von knapp 10.500 Patienten, die sich im Jahr 2013 einem kathetergestützten Aortenklappeneingriff unterzogen, fast 60 Prozent zwischen 80 und 89 Jahre alt. Mehr als fünf Prozent waren sogar älter als 90 Jahre. Die meisten wiesen altersbedingt schwere Allgemeiner­krankungen und Leistungseinschränkungen auf. Mit den neuen Vorgaben habe man nun aber „eine gute Lösung für Hochrisikogruppen gefunden“, so Klakow-Franck.

Abwägung für Patienten mit niedrigerem Risiko
Für die Entscheidung des G-BA spielte aber offenbar auch eine Rolle, dass TAVI nicht nur bei Hochrisikopatienten vorgenommen werden. Rund 20 Prozent der Eingriffe erfolgten bereits bei Patienten mit einem niedrigen Risiko, für die der konventionelle Aortenklappenersatz durch eine offene Operation bis auf weiteres die Methode der Wahl bleibe, so Klakow-Franck. Deren Sterberisiko sei bei einer TAVI – nach Adjustierung – höher als das der Hochrisikopatienten. Das G-BA-Mitglied beurteilte unter anderem die Vorgabe, dass ein HEART-Team über die Indikationsstellung zu entscheiden hat, als wichtige Verbesserung. © Rie/EB/aerzteblatt.de

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