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Medizin

Viel Erfahrung nötig für OP des grauen Stars

Montag, 26. Januar 2015

München – Ein Augenarzt sollte mindestens 300 Operationen unter Aufsicht durch­geführt haben, bevor er eigenständig eine Linsentrübung des Auges operiert. Das fordert die Deutsche Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und sieht sich jetzt durch eine neue Studie aus Freiburg bestätigt. „Auch wenn die Kataraktoperation ein Routine­verfahren ist, können Komplikationen auftreten“, erläutert der DOG-Generalsekretär Thomas Reinhard. Das Können und die Erfahrung des operierenden Augenarztes sind entscheidend für die Sicherheit des Patienten, betont der Geschäftsführende Ärztliche Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Mit rund 600.000 operierten Augen pro Jahr gehört die Katarakt-Operation zu den häufigsten Eingriffen in Deutschland. Dabei tauscht der Augenarzt die getrübte Augenlinse gegen eine Kunstlinse aus und stellt so das Sehvermögen des Patienten wieder her.

Dass die Anforderungen der Fachgesellschaft gerechtfertigt sind, belegt eine Studie der Universitätsklinik Freiburg jetzt durch Prüfung von insgesamt 5.475 Kataraktoperationen von 13 Operateuren mit unterschiedlichem Erfahrungsgrad. Anhand der Operations­berichte recherchierten die Ophthalmologen, ob nach der Operation Schäden an der Hinterkapsel der Augenlinse aufgetreten waren – die häufigste und gefährlichste Komplikation, die in der Kataraktoperation vorkommt.

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Anhand der Daten erstellten die Augenheilkundler eine Lernkurve, die das handwerk­liche Können eines Augenarztes im Verhältnis zu seiner Erfahrung anzeigt. Dem­entsprechend ist das Risiko für Komplikationen mit vier Prozent am höchsten bei Nachwuchs-Operateuren, die weniger als 300 Eingriffe durchgeführt haben. Dieses Risiko verringert sich bis zum 1.500. Eingriff und darüber hinaus auf ein Prozent oder weniger.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Mindestanforderungen der DOG ein geeignetes Maß sind, um die Qualität in der Kataraktchirurgie zu verbessern“, so Reinhard. Junge Ärzte mit weniger als 300 Fällen Erfahrung sollte immer ein Kollege anleiten. © hil/aerzteblatt.de

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