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Medizin

Typ 1-Diabetes: App macht Diabetologen zum Follower

Mittwoch, 28. Januar 2015

dpa

Rockville – Die US-Aufsichtsbehörde FDA hat die Vermarktung einer App erlaubt, mit der Diabetiker ihre kontinuierlich gemessenen Blutzuckerwerte per Smartphone an andere Personen schicken können. Die Zulassung könnte Signalcharakter haben.

Eine steigende Zahl von (zumeist jüngeren) Typ 1-Diabetikern trägt kontinuierliche Glukosesensoren. Die Geräte konnten in den letzten Jahren weiter miniaturisiert werden. Über einen dünnen in die Haut gestochenen Sensor messen sie in regelmäßigen Abständen den Blutzucker in der Gewebeflüssigkeit. Die Werte stimmen (nach einer anfänglichen Kalibrierung) meistens gut mit den Blutzuckerwerten überein.

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Die Hersteller bieten mittlerweile Geräte an, die die Werte vom Sensor per WLAN an ein Anzeigegerät übertragen, das außerhalb der Wohnung an einem Gürtel getragen wird und in der Wohnung auch abgelegt werden kann. Technisch ist es bereits seit längerem möglich, die Daten über ein Smartphone weiteren Nutzern zur Verfügung zu stellen. Zu diesen „Followern“ könnte ein Diabetesassistent oder ein Arzt gehören, die die Patienten dann über Telefon über das weitere Vorgehen beraten könnten.

In der Praxis wird diese Möglichkeit bisher kaum genutzt. Dies könnte sich demnächst ändern, da jetzt die Firma Dexcom aus San Diego als erster Hersteller von der FDA eine offizielle Genehmigung zum Vertrieb einer „App“ erhalten hat, mit dem die Patienten ihre Daten an „Follower“ weiterleiten können. Dazu müssen die Patienten das Anzeigegerät in einen sogenannten Receiver stecken. Dieser ist mit einer SIM-Karte ausgestattet, die die Daten an die „Follower“ schickt.

Noch einfacher wäre es, wenn gleich das Anzeigegerät diese Aufgabe übernähme, und es ist sicher nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Hersteller einen solchen Glukose­sensor mit SIM-Karte anbietet. Die FDA hat die Hürden für die Zulassung von “Apps“ niedrig angesetzt. Die meisten gelten als Medizingeräte mit geringem oder mittlerem Risiko. Dadurch entfällt die Notwendigkeit einer formellen Zulassung mit entsprechenden kostspieligen Tests.

Dexcom und Mitbewerber müssen ihr Gerät nur bei der FDA registrieren lassen. Beo­bachter sehen in „Dexcom Share“, so der Name der App (und des Zusatzgerätes), ein Beispiel für den wachsenden Markt der Telemetrie, die die Möglichkeiten moderner Smartphones ausnutzt. Viele Diabetologen dürften die offizielle Zulassung als ein Signal sehen, ihre bisherigen Bedenken zu überwinden. Für die Patienten könnte sich das Gefühl der Sicherheit erhöhen, wenn sie sich jederzeit an einen Arzt oder ihre Diabe­tesassistentin wenden können, ohne vorher einen Praxistermin vereinbaren zu müssen.

© rme/aerzteblatt.de

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