Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Mehr Geld für Gesundheitsförderung in Lebenswelten

Dienstag, 27. Januar 2015

Berlin – Bund, Länder und Kommunen sowie weitere beteiligte Akteure wollen ihre Anstrengungen intensivieren, Gesundheitsförderung in den sogenannten Lebenswelten zu etablieren, also in Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben oder Altenheimen. Das wurde auf der Bundeskonferenz „Gesundheitsförderung in Lebenswelten“ deutlich, die gestern in Berlin stattfand. „Es ist in der Fachwelt angekommen, dass Investitionen in Lebenswelten sinnvolle Investitionen in die Gesundheit des einzelnen sind“, sagte Regina Kraushaar, Leiterin der Abteilung „Pflegesicherung und Prävention“ im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium.

In diesem Zusammenhang werde der Begriff Lebenswelten auch ausdrücklich im Präven­tions­gesetz verankert. Konkret ausgestaltet werden solle die Gesundheitsförderung in den Lebenswelten dann in den Landesrahmenvereinbarungen der Bundesländer, erklärte Kraushaar und ergänzte: „Ich weiß, dass viele Projekte schon seit Jahren gut laufen. Was sich nun verändern soll, ist, dass sich die Partner in den Landesrahmen­vereinbarungen darauf verständigen, welche Teilziele und Meilensteine erreicht werden sollen und welche Kosten entstehen werden.“ So könne es zum Beispiel darum gehen, dass Erzieher gezielt fortgebildet werden können, um gemeinsam mit den Kindern zu kochen und dabei den Wert des Essens und des Genießens vermitteln.

Bau eines Freiluftklassenzimmers wird gefördert
Thomas Altgeld, Geschäftsführer der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen, nannte ein anderes Beispiel: „In Niedersachsen gibt es das Projekt ‚Gesund Leben Lernen‘. Mit ihm wurde zum Beispiel der Bau eines Freiluftklassenzimmers gefördert.“ Die Initiative müsse jedoch von den Beteiligten vor Ort ausgehen. Weitere Interventionen beträfen die Bereiche Lärmreduktion oder die Gestal­tung von Schulleben. Dabei könne es auch um die Gesundheit von Lehrern geht, sagte Altgeld, indem beispielsweise die Sitzordnung im Kollegium geändert oder ein Ruherückzugsraum eingerichtet werde. Es gebe aber kein Programm, das eine Intervention für alle vorschreibe.

„Viele verwechseln Settingarbeit mit dem Auslegen von Informationsmaterial in den Settings“, bemerkte Altgeld. „Das ist es aber nicht.“ Die Gesundheitsförderung könne nur im Setting selbst entstehen durch die beteiligten Akteure.

„Die Erkenntnisse vor Ort sollen dann zurückgespielt werden an eine Nationale Präventionskonferenz, die mit dem Präventionsgesetz gegründet werden soll“, erklärte Kraushaar weiter. „Auf diese Weise sollen alle Beteiligten voneinander lernen.“ Zudem solle auch mehr Geld aufgewendet werden: insgesamt 300 Millionen für Gesundheits­förderung in Lebenswelten statt heute 84 Millionen Euro.

Präventionsgesetz soll im Sommer verabschiedet werden
Mit dem Präventionsgesetz soll die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit neuen Aufgaben betraut werden, zum Beispiel mit der Entwicklung krankenkassenübergreifender Leistungen im Rahmen der Gesundheitsförderung in Lebenswelten. Die scheidende Direktorin der BZgA, Elisabeth Pott, erklärte, dass die BZgA zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover die bestehenden Maß­nahmen zur Qualitätssicherung in der Prävention angesehen habe. „Daraus soll am Ende ein Handbuch ‚Gesundheitsförderung in den Lebenswelten entstehen‘, aus dem sich die einzelnen Akteure Qualitätssicherungsverfahren aussuchen können, die auf ihre Situation passen“, sagte Pott.

Kraushaar kündigte an, dass das Präventionsgesetz im März zur ersten Lesung in den Bundestag kommen werde. Und ergänzte: „Wir dürfen zuversichtlich sein, dass es im Sommer 2015 ein Präventionsgesetz geben wird.“ © fos/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25.05.17
Betriebliches Gesundheits­management erhält höheren Stellenwert
Berlin – Das Betriebliche Gesundheitsmanagement hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Diese Meinung vertraten Experten bei der vom BKK Dachverband vorgenommenen Verleihung des Deutschen......
18.05.17
Alkoholkonsum junger Menschen rückläufig
Berlin – Jugendliche und junge Erwachsene trinken weniger und auch später Alkohol. Den ersten Rausch erleben sie heute mit 16,4 Jahren. Im Jahr 2004 lag das Durschnittsalter bei Jungs wie Mädchen noch......
10.05.17
Digitalisierung der Arbeit verlangt mehr Stressprävention
Berlin – Angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt braucht die Gesundheitsförderung in Unternehmen heute mehr als rückengerechte Bürostühle und gesundes Kantinenessen. Neue digitale......
28.04.17
Diabetes-Präventions­projekt erhält Millionenförderung
Bad Segeberg/Kiel – Das unter Federführung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) stehende Kooperationsprojekt „Dimini – Diabetes mellitus? Ich nicht!“ erhält rund vier Millionen......
25.04.17
Streit um Gesundheitskurse bei der Bundeswehr
Berlin – Der Bundesrechnungshof (BRH) hat die Gesundheitskurse bei der von Personalmangel geplagten Bundeswehr kritisiert. Das Verteidigungsministerium von Ursula von der Leyen (CDU) wies die Vorwürfe......
06.04.17
Volkshochschulen müssen Präventionsangebote prüfen lassen
Berlin – Der gesetzlich geforderte Qualitätscheck für Präventionskurse gilt auch für Angebote der Volkshochschulen (VHS). „Leider ist die Beteiligung der VHS an dem einheitlichen Prüfverfahren für......
31.03.17
Bewegung als Prävention funktioniert nur bei enger Verankerung im Alltag
Baierbrunn – Bewegungsprogramme zur Prävention müssen deutlicher als bislang die individuellen Lebenswelten der Menschen einbeziehen. Das haben Mediziner und Sportwissenschaftler auf dem......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige