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Politik

Mehr Geld für Gesund­heits­förder­ung in Lebenswelten

Dienstag, 27. Januar 2015

Berlin – Bund, Länder und Kommunen sowie weitere beteiligte Akteure wollen ihre Anstrengungen intensivieren, Gesund­heits­förder­ung in den sogenannten Lebenswelten zu etablieren, also in Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben oder Altenheimen. Das wurde auf der Bundeskonferenz „Gesund­heits­förder­ung in Lebenswelten“ deutlich, die gestern in Berlin stattfand. „Es ist in der Fachwelt angekommen, dass Investitionen in Lebenswelten sinnvolle Investitionen in die Gesundheit des einzelnen sind“, sagte Regina Kraushaar, Leiterin der Abteilung „Pflegesicherung und Prävention“ im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium.

In diesem Zusammenhang werde der Begriff Lebenswelten auch ausdrücklich im Präven­tions­gesetz verankert. Konkret ausgestaltet werden solle die Gesund­heits­förder­ung in den Lebenswelten dann in den Landesrahmenvereinbarungen der Bundesländer, erklärte Kraushaar und ergänzte: „Ich weiß, dass viele Projekte schon seit Jahren gut laufen. Was sich nun verändern soll, ist, dass sich die Partner in den Landesrahmen­vereinbarungen darauf verständigen, welche Teilziele und Meilensteine erreicht werden sollen und welche Kosten entstehen werden.“ So könne es zum Beispiel darum gehen, dass Erzieher gezielt fortgebildet werden können, um gemeinsam mit den Kindern zu kochen und dabei den Wert des Essens und des Genießens vermitteln.

Bau eines Freiluftklassenzimmers wird gefördert
Thomas Altgeld, Geschäftsführer der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen, nannte ein anderes Beispiel: „In Niedersachsen gibt es das Projekt ‚Gesund Leben Lernen‘. Mit ihm wurde zum Beispiel der Bau eines Freiluftklassenzimmers gefördert.“ Die Initiative müsse jedoch von den Beteiligten vor Ort ausgehen. Weitere Interventionen beträfen die Bereiche Lärmreduktion oder die Gestal­tung von Schulleben. Dabei könne es auch um die Gesundheit von Lehrern geht, sagte Altgeld, indem beispielsweise die Sitzordnung im Kollegium geändert oder ein Ruherückzugsraum eingerichtet werde. Es gebe aber kein Programm, das eine Intervention für alle vorschreibe.

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„Viele verwechseln Settingarbeit mit dem Auslegen von Informationsmaterial in den Settings“, bemerkte Altgeld. „Das ist es aber nicht.“ Die Gesund­heits­förder­ung könne nur im Setting selbst entstehen durch die beteiligten Akteure.

„Die Erkenntnisse vor Ort sollen dann zurückgespielt werden an eine Nationale Präventionskonferenz, die mit dem Präventionsgesetz gegründet werden soll“, erklärte Kraushaar weiter. „Auf diese Weise sollen alle Beteiligten voneinander lernen.“ Zudem solle auch mehr Geld aufgewendet werden: insgesamt 300 Millionen für Gesundheits­förderung in Lebenswelten statt heute 84 Millionen Euro.

Präventionsgesetz soll im Sommer verabschiedet werden
Mit dem Präventionsgesetz soll die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit neuen Aufgaben betraut werden, zum Beispiel mit der Entwicklung krankenkassenübergreifender Leistungen im Rahmen der Gesund­heits­förder­ung in Lebenswelten. Die scheidende Direktorin der BZgA, Elisabeth Pott, erklärte, dass die BZgA zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover die bestehenden Maß­nahmen zur Qualitätssicherung in der Prävention angesehen habe. „Daraus soll am Ende ein Handbuch ‚Gesund­heits­förder­ung in den Lebenswelten entstehen‘, aus dem sich die einzelnen Akteure Qualitätssicherungsverfahren aussuchen können, die auf ihre Situation passen“, sagte Pott.

Kraushaar kündigte an, dass das Präventionsgesetz im März zur ersten Lesung in den Bundestag kommen werde. Und ergänzte: „Wir dürfen zuversichtlich sein, dass es im Sommer 2015 ein Präventionsgesetz geben wird.“ © fos/aerzteblatt.de

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