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Politik

Klarträumen und Metakognition hängen zusammen

Dienstag, 27. Januar 2015

Berlin/München – Der Klartraum, in dem man sich bewusst ist zu träumen, und die Metakognition, also das Wissen über eigenes Wissen und Denken, hängen zusammen. Bei den sogenannten Klarträumern ist das vordere Stirnhirn größer, das auch die bewusste Reflektion von Denkprozessen ermöglicht. Das zeigt eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München um Elisa Filevich vom Forschungs­bereich „Entwicklungspsychologie“. Ihre Studie ist im Journal of Neuroscience erschienen (doi: 10.1523/JNEUROSCI.3342-14.2015).

„Das Ergebnis unserer Studie lässt vermuten, dass Menschen, die ihre Träume kontrollieren können, auch in ihrem Alltag besonders gut über ihr eigenes Denken nachdenken können“, erläutert Filevich.

Manche Menschen kennen das Phänomen des luziden Träumens, welches auch Klarträumen genannt wird. Es bezeichnet den Bewusstseinszustand, in dem man weiß, dass man gerade träumt. Der Träumer kann den Traum mitunter sogar gestalten. Die meisten Klarträumer erleben dieses Phänomen aber nur wenige Male im Jahr, einige Menschen aber auch fast täglich. Bisher war unklar, warum manche Menschen klarträumen und andere nicht. Ebenso unklar war, ob dieses Klarträumen etwas mit der menschlichen Fähigkeit zu tun hat, Wissen über das eigene Denken und Wissen zu b

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Die Forscher führten eine Studie mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) durch, um die letztere Frage zu klären. Sie verglichen die Hirnstrukturen von 31 Probanden, die häufig klarträumen, mit 31 Probanden, die nicht oder nur selten klarträumen. Es zeigte sich, dass bei Klarträumern derjenige Bereich im Gehirn größer ist, der als Kontrolli­nstanz bewusste, kognitive Prozesse steuert: der anteriore präfrontale Kortex, auch vorderes Stirnhirn genannt.

„Als nächstes interessiert uns, ob sich metakognitive Fähigkeiten trainieren lassen“, so Filevich. Deshalb wollen die Forscher in einer nächsten Studie Probanden im luziden Träumen trainieren, um zu untersuchen, ob das Training die Metakognition positiv beeinflusst. © hil/aerzteblatt.de

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