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Ärzteschaft

Kinderärzte fordern: Mehr Kinder auch in Deutschland impfen

Mittwoch, 28. Januar 2015

dpa

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hat die zweitägige Geber­konferenz der globalen Impfallianz Gavi genutzt, um auf die Herausforderungen in Deutschland hinzuweisen. „Wir haben zu tun, damit auch in unserem Land einer gewissen Impfmüdigkeit entgegengewirkt wird“, sagte er in einer Diskussionsrunde. So müsse man sich beispielsweise in Bezug auf den Schutz vor Masern Sorgen um eine ausreichende Immunisierung machen. Kritik an der nachlassenden Impfbereitschaft in Deutschland äußerte auch Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU). Man müsse alle Krankheiten verhindern, gegen die man Kinder impfen könne: „Das wollen wir erreichen.“

Kinder- und Jugendärzte: Politik tut nicht genug für Durchimpfung
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj) begrüßte diese Haltung. Er forderte jedoch gleichzeitig, die nachlassende Impfbereitschaft stärker zu bekämpfen als bisher. „Eltern in Deutschland haben immer noch das Recht, ihren Kindern den Impfschutz vorzuenthalten. Und Flüchtlingskinder erhalten nur Zugang zu einer eingeschränkten Gesundheitsversorgung ohne Prävention. Beides sind unhaltbare Zustände, die schleunigst behoben werden müssen“, sagte Wolfram Hartmann, bvkj-Präsident.

Einer Beratungspflicht muss eine Impfpflicht folgen
Die im Entwurf des Präventionsgesetzes vorgesehene Impfberatung vor Eintritt in den Kindergarten reicht nach Ansicht des Verbands nicht aus. „Der Beratungspflicht muss eine Impfpflicht folgen, wenn das Kind eine öffentliche Einrichtung besuchen soll. Anders geht es nicht“, befand Hartmann. Überzeugte Impfgegner verweigerten auch nach einer Beratung ihren Kindern Impfungen und gefährdeten sie damit, ebenso wie die Kinder, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden könnten. Gröhe müsse auf politischer Ebene dafür sorgen, „dass wir Durchimpfungsraten von wenigstens 95 Prozent erreichen“, so der bvkj. Alles andere sei „unglaubwürdig“.

Am vergangenen Montag und Dienstag hat die globale Impfallianz Gavi auf einer Geberkonferenz in Berlin mehr als 7,5 Milliarden US-Dollar an Spenden eingeworben. Damit will sie bis zum Jahr 2020 Impfungen für 300 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern finanzieren, um sie vor Krankheiten wie Masern, Durchfall oder Lungenent­zündung zu schützen. © Rie/aerzteblatt.de

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