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Medizin

Gewichtsveränderung erhöht Knochenbruchrisiko nach der Menopause

Donnerstag, 29. Januar 2015

Los Angeles – Skelettsystem und Körperbalance reagieren offenbar empfindlich auf Änderungen des Körpergewichts. Eine prospektive Beobachtungsstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2015; 350: h25) zeigt, dass Frauen nach der Menopause ein erhöhtes Knochenbruchrisiko haben, nachdem sie deutlich zu- oder abgenommen haben.

Bei vielen Frauen ändert sich mit den Wechseljahren das Körpergewicht. Die meisten legen eher an Gewicht zu, es kann aber auch zu einer gewollten oder ungewollten Gewichtsabnahme kommen. Die gewollte Gewichtsabnahme ist häufig das Ergebnis einer erfolgreichen Diät, zur ungewollten kommt es eher bei chronischen Erkrankungen.

Die Auswirkungen auf das Knochenbruchrisiko können sehr unterschiedlich sein, wie Carolyn Crandall von der David Geffen School of Medicine in Los Angeles anhand der Daten der Women's Health Initiative (WHI) Observational Study zeigt. Es handelt sich um mehr als 120.000 Frauen, die über das Ende der WHI, die den Einfluss der Hormon­ersatztherapie untersucht hatte, weiter beobachtet wurden.

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Frauen, die in den ersten drei Jahren der Studie 5 Prozent ihres Körpergewichts oder mehr verloren hatten, erlitten in den folgenden 11 Jahren zu 65 Prozent häufiger Hüftfrakturen und zu 9 Prozent häufiger Knochenbrüche der oberen Extremitäten. Zentrale Körperfrakturen (Hüfte, Becken oder der Wirbelsäule) traten zu 30 Prozent häufiger auf.

Bei einem ungewollten Gewichtsverlust kam es häufiger zu Hüft- und Wirbelfrakturen, während die beabsichtigte Gewichtsabnahme eher mit Knochenbrüchen der unteren Extremitäten verbunden war. Frauen, die 5 Prozent oder mehr an Gewicht zugenommen hatten, erlitten in den Folgejahren zu 18 Prozent häufiger Frakturen in den Beinen oder Füßen (ohne Hüfte) und zu 10 Prozent häufiger Knochenbrüche in Armen oder Händen.

Die Gründe für das gesteigerte Frakturrisiko sind nach Einschätzung der Editorialistin Juliet Compston von der Universität in Cambridge unterschiedlich. Neben der Gewichts­abnahme dürfte auch das Ausgangsgewicht eine Rolle spielen. Frauen, die absichtlich Gewicht verlieren, dürften vorher  eher übergewichtig gewesen sein, was die Schwachstellen an den unteren Extremitäten erklären könnte.

Krebs oder andere „konsumierende“ Erkrankungen, die zu einer ungewollten Gewichts­abnahme führen, könnten zu einem Verlust von Knochenmasse führen, der sich in Wirbelsäule und großen Röhrenknochen bemerkbar macht. Bei vormals schlanken Menschen könnten auch die Fettpolster fehlen, die bei adipösen Menschen manchmal einen Knochenbruch verhindern. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #591642
DocFit
am Sonntag, 1. Februar 2015, 13:52

Gewichtsreduktion in der Menopause

Mir scheint in dieser prospektiven Studie bei "intentional" Gewichtsreduktion nicht ausreichend differenziert worden zu sein, wie es zu der Gewichtsreduktion kam. Trotz der vorgelegten Studie werde ich meinen übergewichtigen Pat. durch kontrollierten Sport (Schwimmen, Fahrradfahren) und gesunde Ernährung eine Gewichtsabnahme bis zu einem BMI unter 30 nahelegen.
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