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Ärzteschaft

Wie Ersthelfer Kinder mit einem Krampfanfall versorgen

Donnerstag, 29. Januar 2015

Köln – Rund zwei bis fünf Prozent aller Kinder zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr erleiden sogenannte Fieberkrämpfe. Ursache ist in der Regel ein Infekt zum Beispiel der oberen Luftwege, bei dem das Fieber schnell ansteigt. Ein einfacher Fieberkrampf dauert in der Regel nur wenige Minuten. Das Kind verdreht die Augen, die Lippen verfärben sich blau, es zuckt rhythmisch oder fällt in eine kurze Bewusstlosigkeit und erholt sich aber anschließend rasch. In seltenen Fällen kann der Anfall länger als 15 Minuten dauern und muss durch Medikamente beendet werden.

„Erleidet ein Kind zum ersten Mal einen Fieberkrampf, sollte rasch ein Notarzt verständigt werden. Während eines Fieberkrampfs sollten Betreuer die Kleidung des Kinds lockern, es möglichst aufrecht lagern, damit es problemlos atmen kann. Übergibt sich das Kind, lagern Eltern es auf die Seite, damit das Erbrochene nicht in die Lunge gelangt“, empfiehlt Hans-Jürgen Nentwich, Experte des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

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Hat ein Kind einen unklaren Krampfanfall erlitten, sollten Eltern es mit kopfwärts abgewinkelten Armen auf den Bauch beziehungsweise in stabile Seitenlage legen. Der Kopf sollte dabei zur Seite gedreht und leicht nach hinten gerichtet sein. „Ein Krampfanfall bei Kindern durch Epilepsie oder eine Hirnhautentzündung ist relativ selten. Wird ein Kind plötzlich blass, bewusstlos und steif, sollten Eltern umgehend den Notarzt rufen. Den Kopf des Kindes sollten Eltern eventuell mit einem Kissen oder Kleidungsstücken unterlegen. Während des Anfalls darf ein Kind nicht festgehalten werden“, rät Nentwich.

Ein Sonderfall unter den Krampfanfällen ist der Affekt- beziehungsweise Wutkrampf. Dabei schreien Kinder vor Schmerz oder Ärger so sehr, dass ihnen die Luft weg bleibt und sie bewusstlos werden. „Hier kann es hilfreich sein, dem Kind mit einem kalten Waschlappen über das Gesicht zu streichen“, so der BVKJ-Experte. © hil/aerzteblatt.de

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