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Ausland

Zahl der Ebola-Neuinfektionen sinkt unter 100 pro Woche

Donnerstag, 29. Januar 2015

Genf/Berlin – Zum ersten Mal seit Juni 2014 sind in den am stärksten betroffenen Län­dern Guinea, Liberia und Sierra Leone innerhalb einer Woche weniger als 100 Men­schen an Ebola erkrankt. Das berichtet die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) heute in Genf. Die WHO wertet das als Hoffnungsschimmer – gut ein Jahr nach dem Ebola-Ausbruch in Westafrika sei ein Ende der Epidemie in Sicht.

Diesen Optimismus mag die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nicht teilen. „Es ist ermutigend, dass die Zahl der Patienten insgesamt sinkt, aber Ebola ist noch längst nicht besiegt“, sagte Tankred Stöbe, Präsident der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen. Er ist vor wenigen Tagen von einem Hilfseinsatz in einem Ebola-Behandlungs­zentrum in Freetown in Sierra Leone zurückgekehrt. „In unseren acht Behandlungs­zentren in Westafrika beobachten wir, dass es immer noch viele neue Patienten gibt, deren Ansteckungswege wir nicht kennen“, warnte er. Es sei jederzeit möglich, dass ein Patient neue und unkontrollierte Übertragungsketten auslöse und es zu einem Wiederaufflammen der Epidemie komme.

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„Der Rückgang der Fallzahlen macht es uns möglich, uns nun auf die gravierenden Schwachstellen in der Bekämpfung der Epidemie zu konzentrieren, die nach wie vor vorhanden sind“, erklärt Brice de le Vingne, Leiter der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel. Wichtig sei, dass neue Fälle zuverlässig gemeldet und deren Kontaktpersonen nachverfolgt würden. „Hierbei gibt es noch sehr viel zu verbessern“, so de le Vingne.

Unterdessen gehen auch die Forschungen für einen Ebola-Impfstoff weiter. Im Septem­ber und November vergangenen Jahres hatten 60 gesunde Freiwillige einen von dem britischen Konzern GlaxoSmithKline und US-Gesundheitsinstituten entwickelten Impfstoff erhalten. Dieser enthält keine infektiösen Ebola-Erreger. Das Sicherheitsprofil der Impfung sei wie erhofft, berichteten Wissenschaftler gestern im New England Journal of Medicine. © hil/aerzteblatt.de

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