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Ausland

Unicef benötigt 3,1 Milliarden Dollar Spenden für dringende Hilfen

Donnerstag, 29. Januar 2015

dpa

Genf - Angesichts kriegerischer Konflikte, schwerer Naturkatastrophen und Epidemien hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef seinen bislang größten Spendenaufruf gestartet. 3,1 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) würden benötigt, um rund 62 Millionen Kindern in Not zu helfen, sagte die Leiterin der Unicef-Nothilfeprogramme, Afshan Khan, am Donnerstag. Millionen Kinder seien Opfer einer „neuen Generation humanitärer Krisen“, die vom Bürgerkrieg in Syrien bis zur Ebola-Epidemie in Westafrika reichten.

„Das Ausmaß der Krisen, ihre Dauer und Auswirkungen sind beispiellos“, sagte Khan. Der Spendenaufruf liegt um eine Milliarde über dem des vergangenen Jahres. 20 Prozent des Geldes sollen in Bildung fließen. In diesem Zusammenhang wies Khan auch auf neue Rekrutierungsweisen bei der Anwerbung von Kindersoldaten hin: Die Konflikt­parteien böten den Familien der Kinder immer häufiger Stipendien an.

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Während Kindersoldaten früher eher in Konflikten in armen Ländern eingesetzt worden seien, werde inzwischen immer häufiger auch in Ländern wie Syrien rekrutiert, wo vor allem Jungen zwischen 13 und 18 Jahren zu Kämpfern gemacht würden, sagte Khan.

Laut Unicef lebt jedes zehnte Kind weltweit - insgesamt rund 230 Millionen - in Ländern oder Regionen, die Schauplatz bewaffneter Konflikte sind. Der mit 903 Millionen Dollar größte Teil der Spenden ist für Syrien vorgesehen. Khan, die gerade zu Besuch in Syrien und dem Libanon war, sagte, dass etwa die Hälfte aller syrischen Kinder gegenwärtig nicht zur Schule gehen könnten und etwa ein Drittel der Schulen in dem Bürger­kriegsland zerstört worden seien.

160 Kinder seien im vergangenen Jahr bei Angriffen auf Schulen in Syrien getötet worden. Insgesamt sind nach jüngsten Angaben der Vereinten Nationen mehr als acht Millionen syrische Kinder von dem Konflikt betroffen.

Weitere 500 Millionen Dollar sollen Ebola-Opfern in den von der Epidemie betroffenen westafrikanischen Ländern zugutekommen. Im ostafrikanischen Somalia sind nach Angaben von UN-Experten zehntausende Kinder akut von einer Hungersnot bedroht. Für 38.000 Kinder in dem Land bestehe ein „hohes Risiko“, den Hungertod zu sterben. Insgesamt litten 731.000 Menschen, darunter 203.000 Kinder, unter schwerer Mangelernährung.

Weiterer Krisenherd in Afrika ist aus Sicht von Unicef Nigeria, dessen Nordosten von der Islamisten-Miliz Boko Haram seit 2009 mit Gewalt überzogen wird. Mehr als eine Millionen Menschen seien dort auf der Flucht. Als besonders „Besorgnis erregend“ bezeichnete Khan die „Entführungen von Kindern“  durch Boko Haram. Da der Konflikt, dessen Ende „in naher Zukunft“ nicht absehbar sei, nun auch auf Nachbarländer übergreife, drohe dort eine große humanitäre Krise.

Weitere 32,5 Millionen Dollar sollen für die Ukraine bereit estellt werden. Dort lebten rund 5,2 Millionen Menschen in Kampfgebieten, mehr als 600.000 seien Binnenflüchtlinge. Rund 1,7 Millionen Kinder seien von dem Konflikt betroffen. Als Konfliktgebiete, die bereits langsam aus dem Sichtfeld zu geraten drohten, nannte Khan zudem Afghanistan und die Palästinensergebiete. © afp/aerzteblatt.de

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