Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Pflegeeinrichtungen sollen angemessene Entlohnung nachweisen

Freitag, 30. Januar 2015

Berlin – Auf rasche und deutliche Reformen bei der Versorgung von Pflegebedürftigen drängt die AOK. „Wenn wir die Pflege von morgen sichern wollen, müssen wir heute Entschlossenheit zeigen. Das wird ohne eine breite gesellschaftliche Basis nicht gelingen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, bei einer Klausurtagung in Berlin. Er betonte dort die Bedeutung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

„Dieses Projekt muss absoluten Vorrang haben. Darum ist es gut zu sehen, dass jetzt mit Hochdruck an der Umsetzung gearbeitet wird“, so Graalmann. Noch vor der Bundestags­wahl 2017 sollte nach Vorstellung der AOK das neue Begutachtungs­verfahren eingeführt sein.

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff ist das Herzstück des zweiten Pflegestärkungs­gesetzes. Es soll die bisherigen drei Pflegestufen durch dann fünf sogenannte Pflege­grade ersetzen. Hintergrund ist, dass das bisherige Begutachtungsverfahren nach dem alten Pflegebegriff der individuellen Situation der Betroffenen nur unzureichend gerecht werde. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hatte einen entsprechenden Gesetzentwurf für diesen Sommer angekündigt.

Die zweite große Herausforderung bis zum Ende der Legislatur sieht Graalmann in der Reform des Pflegenotensystems: „Die Kritik daran ist zweifelsohne berechtigt. Was wir brauchen, ist ein intelligenter und gut vorbereiteter Relaunch, der stärker als bisher die Ergebnisqualität der Pflege misst und nachvollziehbar abbildet“, sagte der AOK-Vorstandsvorsitzende.

Er begrüßte in diesem Zusammenhang eine Initiative des Pflegebevollmächtigten Karl-Josef Laumann (CDU), der im Pflegestärkungsgesetz II eine Nachweispflicht von Pflegeeinrichtungen zur angemessenen Entlohnung von Pflegekräften verankern will. Würden Pflegesätze auf Basis von Tarifverträgen vereinbart, müssten ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sicherstellen, dass Beschäftigte Tariflohn erhalten, umriss Graalmann die AOK-Position. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

H.-D. Falkenberg
am Mittwoch, 4. Februar 2015, 10:56

Pflegeeinrichtungen sollen angemessene.......

Das hatten wir schon mal. Das Selbstkostendeckungsprinzip ist sowohl in Krankenhäusern als auch in Pflegeeinrichtungen zugunsten der DRGs bzw. der prospektiven Ermittung der Entgelte aufgegeben worden. Diese Änderungen haben sich als sinnvoll erwiesen. Es besteht somit kein Grund, im Pflegebereich wieder zurückzurudern. Urteile des BSG aus der jungen Vergangenheit (ca. 2009) beinhalten gute Ansätze, mit denen in diesen Sozialbetrieben Wirtschaftlichkeit eingeführt oder fortgesetzt werden kann. So z.B. Zuschläge für den Eigenkapitaleinsatz, unternehmerisches Risko u.ä. Aus Erfahrung: Die Kostenträger als Verhandlungspartner setzen sich über diese Urteile hinweg, die Pfegeeinrichtungen haben nicht den Mut, dagegen anzugehen. Warum?

Nachrichten zum Thema

16.10.17
Neue bundesweite Pflegeberatung unter der Telefonnummer 115
Berlin – Unter der Telefonnummer „115“ erhalten Pflegebedürftige und Angehörige ab sofort eine Beratung zum Thema Pflegebedürftigkeit. Zwischen 8 unds 18 Uhr informieren Mitarbeiter über Pflegegeld,......
19.09.17
Pflege gewinnt im Wahlkampf an Bedeutung
Berlin – Wenige Tage vor der Bundestagswahl wird in Deutschland vermehrt über die Probleme in der Pflege diskutiert. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kündigte gestern für den Fall seines Wahlsiegs......
01.09.17
Wie die Pflegeberatung Familien mit Migrations­hintergrund erreichen kann
Frankfurt am Main – Zugewanderte Menschen in Deutschland nutzen die Angebote der Pflegeberatung nur wenig. Diese bieten Familien, in denen ein Pflegebedarf auftritt, eine kostenlose, neutrale,......
21.07.17
Fischbach drängt auf Umsetzung des Pflegebedürftig­keitsbegriffs in Heimen
Berlin – Der Pflegebedürftigkeitsbegriff muss auch in den vollstationären Pflegeeinrichtungen vernünftig umgesetzt werden. Dieses Ziel will die neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Ingrid......
06.07.17
Bayerische Wirtschafts­vereinigung mahnt Systemwechsel in der Pflege an
München – Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) hat angesichts des demografischen Wandels vor einem starken Kostenanstieg in den umlagefinanzierten sozialen Sicherungssystemen gewarnt. Die......
29.06.17
Fischbach soll neue Patienten- und Pflegebeauftragte werden
Berlin – Ingrid Fischbach (CDU), Staatssekretärin im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) soll neue Patienten- und Pflegebeauftragte der Bundesregierung werden. Wie das Ministerium heute mitteilte, will......
21.04.17
Umstellung auf Pflegegrade läuft weitgehend reibungslos
Berlin – Die zum Jahresbeginn angelaufene Umstellung auf ein neues Begutachtungssystem für Pflegebedürftige ist nach Einschätzung der Bundesregierung und des Medizinischen Dienstes der......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige