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Medizin

Immer weniger Früh-, Mangel- und Totgeburten nach In-vitro-Fertili­sation

Freitag, 30. Januar 2015

dpa

Kopenhagen - Künstlich gezeugte Kinder haben häufig einen komplizierten Start ins Leben. Doch die Zahl der Früh-, Mangel- und Totgeburten ist laut einer Studie in Human Reproduction (2015; doi: 10.1093/humrep/deu345) in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich gesunken.

In den vier skandinavischen Ländern Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark wurden zwischen 1988 und 2007 mehr als 92.000 Kinder nach einer künstlichen Befruchtung geboren. Anfangs dominierte die konventionelle In-vitro-Fertilisation (IVF), bei der Eizelle und Spermien im Reagenzglas „zwanglos“ zusammengebracht werden. Inzwischen wird in einem Drittel der Fälle ein Spermium mittels einer Kanüle ins Innere der Eizelle injiziert. Immer häufiger werden Embryonen vorübergehend eingefroren, um sie während eines natürlichen Zyklus in den Uterus einzubringen.

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Die früher übliche Implantation mehrerer Embryonen wurde verlassen. Mit der Akzeptanz der IVF in der Bevölkerung ist auch die Ungeduld der Paare gestiegen. Sie entscheiden sich heute früher als noch vor zwei Jahrzehnten zu einer künstlichen Befruchtung. Dies alles könnte die deutliche Verbesserung der perinatalen Gesundheit erklären, die Anna-Karina Aaris Henningsen von Rigshospitalet in Kopenhagen in einer Auswertung des gemeinsamen Geburtenregisters der vier nordischen Länder dokumentiert.

Zunächst einmal ist es zu einem deutlichen Rückgang der Mehrlingsgeburten gekommen: 1988 kamen es fast in der Hälfte aller Fälle zu Mehrlingsgeburten. Heute ist der Anteil auf ein Viertel gesunken. Drillinge sind mit einem Anteil von 0,7 Prozent inzwischen die Ausnahme. Auch bei normal gezeugten Zwillingen ist das Frühgeburtrisiko erhöht: 1988 kamen 42 Prozent zu früh zur Welt. Heute sind es 44 Prozent. Bei den per IVF gezeugten Zwillingen ging der Anteil von 50 auf 47 Prozent zurück.

Bei Einzelgeburten ist das Frühgeburtrisiko von IVF-Kindern von 13 auf 8 Prozent gesunken. Es liegt damit immer noch höher als bei natürlich gezeugten Kindern, die in Skandinavien zu 5 Prozent zu früh geboren werden, doch der Unterschied hat sich vermindert. Die Zahl der IVF-Kinder, die bei der Geburt zu klein sind (small for gestational age, SGA) ging bei den IVF-Zwillingen von 17 auf 14 Prozent zurück. Bei den IVF-Einzelgeburten kam es sogar zu einer Halbierung der SGA-Rate von 7,6 auf 3,2 Prozent.

Auch die Gefahr einer Totgeburt ist geringer geworden. Von den Zwillingen starben zuletzt weniger als 1 Prozent bei der Geburt, beziehungsweise 1,5 Prozent bis zum Ende des ersten Lebensjahres, bei den Einzelgeburten liegt die Rate der Totgeburten heute bei 0,3 Prozent. Hier gibt es kaum noch Unterschiede zu den ohne reproduktionsmedizinische Hilfe gezeugten Kindern.

Die Ergebnisse unterstützen die Entscheidung der Nordic Federation of Societies of Obstetrics and Gynecology, die heute zum Transfer von einzelnen Embryonen rät, um Mutter und Kind die Strapazen und Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft zu ersparen. © rme/aerzteblatt.de

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