NewsMedizinIbrutinib wirkt auch bei Morbus Waldenström
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ibrutinib wirkt auch bei Morbus Waldenström

Montag, 2. Februar 2015

Rockville – Die US-Arzneibehörde (FDA) hat die Indikation des sogenannten Bruton-Tyrosinkinase-Hemmers Ibrutinib erneut erweitert. Das Mittel, das bereits zur Behandlung mehrerer B-Zell-Lymphome zugelassen ist, darf in den USA künftig auch zur Behandlung des Morbus Waldenström eingesetzt werden.

Der Morbus Waldenström ist ein Tumor von B-Lymphozyten, die unkontrolliert das Immunglobulin IgM produzieren. Die Folge ist eine Makroglobulinämie, die die Viskosität des Blutes erhöht. Gleichzeitig verdrängen die Tumorzellen die gesunden blutbildenden Zellen im Knochenmark. Die Erkrankung ist nicht heilbar, weshalb zur Behandlung erst geraten wird, wenn die Lymphome oder die Makroglobulinämie zu Komplikationen geführt haben.

Als B-Zell-Lymphom ist der Morbus Waldenström Kandidat für Wirkstoffe, die gezielt diese Immunzelle angreifen. Dies ist durch  Ibrutinib möglich. Der oral verfügbare Kinase-Hemmer blockiert die Weiterleitung von Signalen, die über den B-Zell-Rezeptor vermittelt werden. Für die Zellen der B-Zell-Lymphome sind diese Signale überlebenswichtig. Die Blockade mit Ibrutinib führt zum Zelltod.

Anzeige

Ibrutinib hat sich in den vergangenen Jahren bei mehreren B-Zell-Lymphomen als effektiv erwiesen. In den USA und seit kurzem auch in Europa ist es zur Behandlung des Mantelzell-Lymphoms und unter bestimmten Bedingungen auch bei der chronischen lymphatischen Leukämie zugelassen.

Die FDA hat die Indikation jetzt auf den Morbus Waldenström ausgedehnt. Grundlage der „breakthrough therapy designation“, die eine vorläufige Einführung vor dem Abschluss einer Phase III-Studie ermöglicht, waren die Ergebnisse einer offenen Anwendung an 63 vorbehandelten Patienten. Alle wurden mit Ibrutinib bis zur erneuten Krankheitsprogression behandelt.

Bei zwei Dritteln der Patienten kam es zu einem Rückgang des Tumors. Die Remissionen hielten 2,8 bis 18,8 Monate an. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Neutropenie, Thrombozytopenie, Durchfall, Hautausschlag, Übelkeit, Muskelkrämpfe und Müdigkeit. Sechs Prozent der Patienten brachen die Behandlung aufgrund der Nebenwirkungen vorzeitig ab, bei elf Prozent wurde eine Dosisreduktion notwendig.

Der Hersteller lässt Ibrutinib derzeit an weiteren B-Zell-Lymphomen prüfen. Dazu gehören das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom, das multiple Myelom und das follikuläre Lymphom.

© rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2020
Berlin – Künftig umfasst der Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) vier biomarkerbasierte Brustkrebstestverfahren. Einen entsprechenden Beschluss hat heute der Gemeinsame
Drei weitere Biomarker-Tests bei Brustkrebs als Entscheidungshilfe
6. Oktober 2020
Berlin – Angesichts einer zunehmend personalisierten Medizin mit begrenzten Fallzahlen bei prospektiv randomisierten Studien sollte für eine Bewertung der Versorgungsqualität künftig auch auf
Registerdaten können für Transparenz der Versorgungsqualität sorgen
2. Oktober 2020
Berlin – Im Freien arbeitende Menschen, deren Haut über lange Zeit starker UV-Strahlung ausgesetzt ist, entwickeln häufiger ein Basalzellkarzinome als andere Menschen. Die Deutsche Dermatologische
Basalzellkarzinome: Anerkennung als Berufskrankheit gefordert
2. Oktober 2020
London – Gleich drei randomisierte Studien haben in den vergangenen Jahren das optimale Timing für die Strahlentherapie nach einer radikalen Prostatektomie untersucht. Die Ergebnisse, die jetzt im
Prostatakarzinom: Radiotherapie nach Operation kann häufig warten
29. September 2020
Lugano/Köln – Patienten mit nicht operablen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Ösophaguskarzinomen sollten künftig in der Erstlinienbehandlung zusätzlich zur Chemotherapie Pembrolizumab
Ösophaguskarzinome: Pembrolizumab plus Chemotherapie neuer Standard für die Erstlinie
29. September 2020
Lyon – Eine Immuntherapie mit Pembrolizumab, das die Wirkung der körpereigenen Krebsabwehr verstärkt, hat sich bei einer Reihe von seltenen Sarkomen als wirksam erwiesen, wie die Erfahrungen aus einer
Pembrolizumab bei seltenen Sarkomen wirksam
29. September 2020
Valencia/Spanien – Ernährungsstörungen, unter denen viele Krebspatienten zumeist krankheitsbedingt leiden, erhöhen bei einer Krankenhausbehandlung das Risiko auf eine nosokomiale Infektion. Dies kam
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER