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Medizin

Ibrutinib wirkt auch bei Morbus Waldenström

Montag, 2. Februar 2015

Rockville – Die US-Arzneibehörde (FDA) hat die Indikation des sogenannten Bruton-Tyrosinkinase-Hemmers Ibrutinib erneut erweitert. Das Mittel, das bereits zur Behandlung mehrerer B-Zell-Lymphome zugelassen ist, darf in den USA künftig auch zur Behandlung des Morbus Waldenström eingesetzt werden.

Der Morbus Waldenström ist ein Tumor von B-Lymphozyten, die unkontrolliert das Immunglobulin IgM produzieren. Die Folge ist eine Makroglobulinämie, die die Viskosität des Blutes erhöht. Gleichzeitig verdrängen die Tumorzellen die gesunden blutbildenden Zellen im Knochenmark. Die Erkrankung ist nicht heilbar, weshalb zur Behandlung erst geraten wird, wenn die Lymphome oder die Makroglobulinämie zu Komplikationen geführt haben.

Als B-Zell-Lymphom ist der Morbus Waldenström Kandidat für Wirkstoffe, die gezielt diese Immunzelle angreifen. Dies ist durch  Ibrutinib möglich. Der oral verfügbare Kinase-Hemmer blockiert die Weiterleitung von Signalen, die über den B-Zell-Rezeptor vermittelt werden. Für die Zellen der B-Zell-Lymphome sind diese Signale überlebenswichtig. Die Blockade mit Ibrutinib führt zum Zelltod.

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Ibrutinib hat sich in den vergangenen Jahren bei mehreren B-Zell-Lymphomen als effektiv erwiesen. In den USA und seit kurzem auch in Europa ist es zur Behandlung des Mantelzell-Lymphoms und unter bestimmten Bedingungen auch bei der chronischen lymphatischen Leukämie zugelassen.

Die FDA hat die Indikation jetzt auf den Morbus Waldenström ausgedehnt. Grundlage der „breakthrough therapy designation“, die eine vorläufige Einführung vor dem Abschluss einer Phase III-Studie ermöglicht, waren die Ergebnisse einer offenen Anwendung an 63 vorbehandelten Patienten. Alle wurden mit Ibrutinib bis zur erneuten Krankheitsprogression behandelt.

Bei zwei Dritteln der Patienten kam es zu einem Rückgang des Tumors. Die Remissionen hielten 2,8 bis 18,8 Monate an. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Neutropenie, Thrombozytopenie, Durchfall, Hautausschlag, Übelkeit, Muskelkrämpfe und Müdigkeit. Sechs Prozent der Patienten brachen die Behandlung aufgrund der Nebenwirkungen vorzeitig ab, bei elf Prozent wurde eine Dosisreduktion notwendig.

Der Hersteller lässt Ibrutinib derzeit an weiteren B-Zell-Lymphomen prüfen. Dazu gehören das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom, das multiple Myelom und das follikuläre Lymphom.

© rme/aerzteblatt.de

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