NewsPolitikKrebserkrankungen verursachen jeden vierten Todesfall in Deutschland
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krebserkrankungen verursachen jeden vierten Todesfall in Deutschland

Montag, 2. Februar 2015

dpa

Berlin – Mit fast 224.000 Sterbefällen war Krebs im Jahr 2013 nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Das berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden heute anlässlich des bevorstehenden Weltkrebs­tages. „Die Krebsbekämpfung bleibt eine gesundheitspolitische Heraus­forderung ersten Ranges“, kommentierte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) die Zahlen.

Er verwies auf den 2008 ins Leben gerufenen Nationalen Krebsplan, der den flächen­deckenden Ausbau der klinischen Krebsregister und die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung vorsieht. „Durch die flächendeckende Auswertung aller Behand­lungs­daten in klinischen Krebsregistern werden erfolgreiche Behandlungsmethoden schneller sichtbar. Das kommt Krebskranken unmittelbar zugute“, sagte der Minister.

Anzeige

Der Aufbau der Register werde „in allen 16 Bundesländern unter Hochdruck voran­getrieben“. Von besonderer Bedeutung sei außerdem die Krebsfrüherkennung. „Deshalb muss es jetzt verstärkt darum gehen, Früherkennungsprogramme weiterzu­entwickeln und noch besser über Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung zu informieren“, betonte Gröhe.

Jährlich rund eine halbe MIllion Neuerkrankungen
Dem Statistischen Bundesamt zufolge erkranken in Deutschland jährlich rund 500.000 Menschen neu an Krebs. 51 Prozent aller Männer und 43 Prozent aller Frauen müssen hierzulande damit rechnen, im Laufe ihres Lebens an einem bösartigen Tumor zu erkranken.

Dabei steigt das durchschnittliche Sterbealter bei Krebserkrankten seit Jahren an: Im Jahr 2013 erreichte es mit 73,4 Jahren den bisher höchsten gemessenen Wert. Der Anteil Gestorbener mit Krebs, die 85 Jahre und älter waren, lag im Jahr 2013 bei 17 Prozent. Im Jahr 1983 hatte der Anteil lediglich etwas über acht Prozent betragen.

An Krebs erkrankte Männer starben 2013 am häufigsten an Tumoren der Verdau­ungsorgane wie Magen- oder Darmkrebs (38.987 Todesfälle), gefolgt von Lungen- und Bronchialkrebs mit 30.962 Sterbefällen. Auch bei den Frauen führten Krebser­kran­kungen der Verdauungsorgane zu den meisten Todesfällen (31.012). An zweiter Stelle folgten Brustkrebserkrankungen mit 17.853 Sterbefällen. Allerdings sterben immer mehr Frauen an Lungenkrebs: In den vergangenen 30 Jahren stieg die Zahl der Sterbefälle bei Frauen von 5.491 im Jahr 1983 auf zuletzt 15.370. Das ist ein Anstieg um 180 Prozent.

Der Weltkrebstag findet jährlich am 4. Februar statt und hat zum Ziel, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Er wurde 2006 von der Union internationale contre le cancer (UICC), der Welt­gesund­heits­organi­sation und anderen Organisationen ins Leben gerufen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2019
Manchester –Menschen mit einer Psoriasis haben ein leicht erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken und an Krebs zu sterben. Dies kam in einer Meta-Analyse in JAMA Dermatology (2019; doi:
Psoriasis erhöht Krebsrisiko in Meta-Analyse
17. Oktober 2019
Heidelberg – Krebspatienten können vor, während und nach einer onkologischen Behandlung von einer gezielten Bewegungstherapie profitieren. Ein internationales Konsortium unter Beteiligung des
Neue Empfehlungen zur Bewegungstherapie bei Krebserkrankungen
15. Oktober 2019
München – Checkpoint-Inhibitoren wirken sehr gut, aber nur bei etwa einem Drittel der Tumorentitäten. Dafür verantwortlich könnte ein inaktiver Rezeptor in den Tumorzellen sein, der verhindert, dass
Grund für schlechtes Anschlagen von Checkpoint-Inhibitoren gefunden
15. Oktober 2019
Marburg – Der Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg intensiviert seine Partnerschaft mit der Kilimandscharo-Region in Tansania. Dazu beteiligt sich die Hochschule an der Initiative
Neue Klinikpartnerschaft zwischen Uni Marburg und Tansania
8. Oktober 2019
Bremen – Scharfe Kritik an einer Empfehlung im British Medical Journal (BMJ) zum Darmkrebsscreening hat das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) geübt. In dem Beitrag
Präventionsforscher betonen Bedeutung des Darmkrebsscreenings
2. Oktober 2019
Berlin – Als hohe Priorität für die nächste Europäische Kommission hat die designierte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides den Kampf gegen Krebs bezeichnet. „Es gibt kaum Familien in Europa,
Designierte EU-Gesundheitskommissarin will Kampf gegen den Krebs vorantreiben
27. September 2019
Heidelberg – Die Genetik spielt beim familiär erhöhten Darmkrebsrisiko offenbar eine weniger wichtige Rolle als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine epidemiologische Studie des Deutschen
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER