NewsPolitikStädtetag: Konflikte um Scheinselbst­ständigkeit können Rettungsdienst gefährden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Städtetag: Konflikte um Scheinselbst­ständigkeit können Rettungsdienst gefährden

Montag, 2. Februar 2015

Berlin – Dass die Deutsche Rentenversicherung (DRV) in letzter Zeit vermehrt selbstständigen Notärztinnen und Notärzten im Rettungsdienst eine Schein­selbst­ständigkeit unterstellt, könnte „die notärztliche Versorgung in der Zukunft massiv gefährden“. Diese Auffassung vertreten der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund in einem Schreiben an das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium.

Die DRV-Prüfungen und die folgenden, zum Teil langwierigen Gerichtsverfahren verunsicherten die kommunalen Träger von Rettungsdiensten und die beteiligten Ärzte, heißt es in dem Brief. Deshalb müsse ein Weg gefunden werden, entsprechende Hemmnisse im Sozialversicherungsrecht zu beseitigen. Die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen seien in diesem Bereich nämlich „sehr begrenzt“.

Anzeige

Auch der Bundesverband der Honorarärzte hatte vor kurzem auf diese Problematik hingewiesen. „Uns erreichen immer mehr Anfragen von Honorarärzten, deren Verträge man in feste Arbeitsverträge umwandeln will“, hatte Nicolai Schäfer, der Vorsitzende des Verbands, erläutert. „Ursache dafür sind Aktivitäten der DRV. Sie stuft nach Betriebs­prüfungen in Kliniken auch Notärzte, die dort auf Honorarbasis im Rettungs­dienst arbeiten, als scheinselbstständig ein.“

Nach einem entsprechenden DRV-Bescheid müssen sie als angestellt betrachtet werden. Das wollen die meisten jedoch nicht, weil sich daraus komplizierte arbeitsrechtliche wie finanzielle Fragen ergeben. © Rie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #93325
rostm
am Dienstag, 3. Februar 2015, 03:03

Was für Idioten.

Was soll denn das schon wieder? Als Notarzt entscheide ich, ob ich mich zur Verfügung stelle oder nicht. Ich bin keinem fremdbestimmten Organisationsablauf unterworfen, in keine Abteilungsstruktur fest eingebunden, sondern muss natürlich, wenn ich den Auftrag angenommen habe, dann auch losjagen, wenn ein Alarm kommt. Wie ein Handwerker, dem ich sage, er möchte doch bitte die Wand gelb anstreichen. Der ist dann auch sozusagen weisungsgebunden.
Man kann unser Notarztwesen auch mit Gewalt zu Grunde richten. Nur - diejenigen die so etwas entscheiden, sollten bedenken, dass auch sie vielleicht mal einen Notarzt brauchen, und dann nicht losheulen wenn keiner da ist der ihnen hilft.
LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2020
Berlin – Die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND) will, dass Notärzte und Rettungskräfte bevorzugt geimpft werden, sobald ein COVID-19-Impfstoff zur Verfügung
Notärzte mahnen verlässliche COVID-19-Impfstrategie an
14. Oktober 2020
München – Luftrettung mit elektrischen Kleinhubschraubern kann einer wissenschaftlichen Computersimulation zufolge die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung verbessern. Ideal ist der Analyse
Notfallversorgung: Kleinhubschrauber gegen Notarztmangel
7. Oktober 2020
Sankt Augustin – Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) haben zusammen mit Partnereinrichtungen aus dem Gesundheitswesen und den
Sechs Einsatzgebiete für Künstliche Intelligenz in der Notfallversorgung
6. Oktober 2020
Magdeburg/Aachen – Das AKTIN- Notaufnahmeregister erfasst im Augenblick Daten aus 17 Notaufnahmen deutschlandweit. Bis März 2021 sollen 50 Notaufnahmen an dem Register angebunden sein und ihre Daten
Notaufnahmeregister will Deutschland abdecken
21. September 2020
Berlin – Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin hat ein Thesenpapier zur sektorübergreifenden Notfallversorgung beschlossen. Vertreter des ambulanten und stationären Bereichs umreißen darin
Ärztekammer Berlin legt neun Handlungsempfehlungen für eine bessere Notfallversorgung vor
21. August 2020
Frankfurt/Main – In drei hessischen Landkreisen beginnt ab Herbst ein Modellprojekt zur besseren Verteilung von Patienten – so sollen die Notaufnahmen der Krankenhäuser entlastet werden. Das
Hessen startet Modellprojekt zur vernetzten Notfallversorgung
6. August 2020
Münster – In Münster etablieren die Stadt und das Universitätsklinikum (UKM) gemeinsam ein Tele-Notarzt-System. Ein Notarzt soll darüber den Rettern am Einsatzort beratend zur Seite stehen und bei
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER