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Politik

IQWiG sieht keinen Zusatznutzen von Lurasidon bei Schizophrenie

Montag, 2. Februar 2015

Köln – Keinen Zusatznutzen des Wirkstoffes Lurasidon (Handelsname Latuda) sieht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) für Patienten mit Schizophrenie. „Sowohl in der Akuttherapie als auch bei der Rückfallprophylaxe ist unsicher, ob Lurasidon gegen die Symptome einer Schizophrenie ähnlich gut wirkt wie die zweckmäßigen Vergleichstherapien“, hieß es aus dem Institut.

Der Hersteller stütze seine Aussagen zum Zusatznutzen von Lurasidon zur Akutbe­handlung allein auf eine Verringerung von Nebenwirkungen. „Diese wären aber nur relevant, wenn nachgewiesen wäre, dass Lurasidon überhaupt so gut gegen Schizo­phrenie-Symptome wirkt wie die zweckmäßigen Vergleichstherapien. Aus dem Herstellerdossier lässt sich dies aber nicht ableiten“, meinen die Kölner Wissenschaftler.

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In der einzigen vergleichenden Studie (RCT) zur Rückfallprophylaxe sollte nachgewiesen werden, dass Lurasidon bei der Vermeidung von Rückfällen der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Risperidon) nicht unterlegen ist. „Dieses Studienziel wurde allerdings nicht erreicht“, hieß es aus dem IQWiG.

Das Qualitätsinstitut hatte die Therapie mit Lurasidon bei Schizophrenie im Rahmen der sogenannten frühen Nutzenbewertung untersucht. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss erhält jetzt die sogenannte Dossierbewertung des IQWiG, leitet dazu ein Stellung­nahmeverfahren ein und fasst dann einen Beschluss über das Ausmaß des Zusatz­nutzens. © hil/aerzteblatt.de

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R3n394d3
am Sonntag, 17. Mai 2015, 11:49

Cannabidiol wirkt gegen Schizophrenie

Ein oder sogar das Hauptargument der deutschen Ärzteschaft gegen die (legale, geregelte) Freigabe von Cannabis - nach Vorbild einiger US-Staaten ist, dass der Konsum Schizophrenie hervorrufen, bzw. das Risiko an Schizophrenie zu erkranken erhöhen soll. Jedoch kann dieses Argument so nicht gehalten werden. Wenn man genauer hinsieht wirkt das enthaltene Cannabidiol (CBD) bei den Menschen die an Schizophrenie erkrankt sind genau gegen die Schizophrenie. Was bei plötzlicher Reduzierung, nach exzessivem und/oder dauerhaftem Konsum bei entsprechender Vorerkrankung einen solchen Schub hervorrufen könnte. Das führt wahrscheinlich auch noch dazu, dass Schizophrenie-Patienten eher eine Neigung dazu haben, Cannabis zu konsumieren und sich (bewusst oder unbewusst) damit selbst zu "behandeln".
Dies lässt Statistiken leider so aussehen, als hätten Cannabis Konsumenten eher Schizophrenie als der Rest der Bevölkerung.
Aber es ist vielmehr so, dass Schizophreniekranke eher als Andere dazu neigen, Cannabis zu konsumieren. Weil es ihnen "bewusst oder unbewusst" hilft. Es gibt bereits Berichte über die Behandlung von Patienten mit speziellen (medizinischen) Kreuzungen mit besonders hohem Cannabidiol Gehalt und schon Berichte über Forschungen mit Cannabidiol gegen Schizophrenie bei großen Pharmakonzernen z.B. AstraZeneca.
Fazit: Es ist also extrem wichtig, dieses Argument zu berichtigen. Konsumenten und Schizophreniekranke, besonders Konsumenten die Schizophrenie haben, darüber aufzuklären und nicht einfach zu behaupten Cannabis löst Schizophrenie aus oder erhöht das Risiko daran zu erkranken. Weil es so einfach nicht stimmt.
LNS

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