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Politik

Kinderkommission: Pädiater stärker in Prävention einbinden

Dienstag, 3. Februar 2015

dpa

Berlin – Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat „ein umfassendes Prä­ven­tionsgesetz“ befürwortet, das alle Sozialversicherungsträger einbezieht und sich an den Lebenswelten von Kindern, vor allem Kindertageseinrichtungen und Schulen, orien­tiert. Das erklärte die Kommission in einer Stellungnahme zu dem Thema „Kinder und Gesundheit“.

Aus der aktuellen Kinder- und Gesundheitsstudie KiGGS des Robert Koch-Instituts gehe hervor, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien eher zu Krankheiten neigten, heißt es in der Stellungnahme. Zudem komme die 3. World-Vision-Kinderstudie kommt im Hinblick auf das subjektive Wohlbefinden von Kindern zu dem Ergebnis, dass ein Fünftel aller Kinder in Deutschland eine deutlich negative Sicht auf ihr Wohlbefinden habe.

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Die Kinderkommission unterstützt daher das Ziel, gleiche Gesundheitschancen für alle Kinder zu erreichen. Ein Weg dahin seien die Förderung von zielgruppenspezifischen Präventionsangeboten und die Implementierung von erfolgreichen Modellprojekten zur Prävention, wie zum Beispiel das Modellprojekt „Gesundheitsuntersuchungen in Grundschulen“ des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums.

U10, U11 und J2 sollen von den Krankenkassen bezahlt werden
Die Kinderkommission begrüßt, dass die Vorsorgeuntersuchungen bis zur U9 im 5. Lebens­jahr zu mehr als 95 Prozent wahrgenommen werden. „Um jedoch die Vorsor­gelücke bei den Früherkennungsuntersuchungen bis ins Schulalter hinein zu schließen und den Gesundheitszustand und die Entwicklung von Kindern im Alter zwischen 5 und 12 Jahren beurteilen zu können, sollten die U10, U11 und J2 ebenfalls in das GKV-Vor­sorgeprogramm aufgenommen werden“, fordert die Kommission. „Gleichzeitig sollte auf eine Steigerung der Inanspruchnahme der J1-Vorsorgeuntersuchung (12 bis 14 Jahre) hingewirkt werden, um Essstörungen und Suchterkrankungen frühzeitig zu erkennen.“

Die Kinderkommission betont darüber hinaus die Notwendigkeit, Pädiater stärker in die Prävention einzubinden, da sie primär für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen zuständig seien und langjährige Erfahrungen bei Impfungen, Karies- und Früher­kennungsuntersuchungen hätten.

Kinderkliniken müssen im DRG-System ausreichend finanziert werden
„Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen durch Pädiater sollte auch in der Fläche gewährleistet sein“, schreibt die Kommission in ihrer Stellungnahme. Sie befürwortet daher die Förderung der umfassenden allgemeinpädiatrischen Weiterbildung für ambulante Kinder- und Jugendärzte.

Sie kritisiert, dass eine ausreichende Finanzierung von Kinderkliniken und Kinder-Reha-Einrichtungen durch diagnosebezogene Fallpauschalen akut gefährdet ist und fordert, eine solche Finanzierung sicherzustellen. 

Zudem fordert die Kinderkommission den Aufbau einer Kinderschutzberatungs-Hotline, an die sich Kinderärzte bei einem Verdacht auf Kindesmisshandlung oder -missbrauch wenden können. In diesen schwierigen Entscheidungssituationen benötigten die Ärzte eine zeitnahe, kompetente und praxisnahe Beratung von medizinisch besonders geschulten Fachkräften.

Kinder- und Jugendärzte loben Stellungnahme der Kommission
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj) ist mit der Stellungnahme der Kinderkommission sehr zufrieden. „Es sind alle wesentlichen Punkte eingeflossen, die wir im Vorfeld gefordert haben“, sagte bvkj-Präsident Wolfram Hartmann gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. „So stellen wir uns eine gute Zusammenarbeit mit der Politik vor.“ Die Kinderkommission interpretiere die Gesetzesvorhaben im Sinne der Kinder- und Jugendärzte. Hartmann: „Wir hoffen, dass sie für ihre Vorstellungen eine Mehrheit im Bundestag finden.“ © fos/aerzteblatt.de

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