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Medizin

Rauchen erhöht Sterberisiko nach Darmkrebs

Mittwoch, 4. Februar 2015

dpa

Atlanta – Darmkrebspatienten, die vor ihrer Diagnose aktive Raucher waren oder es nach der Operation blieben, haben ein zweifach erhöhtes Sterberisiko. Dies geht aus der Analyse einer Kohortenstudie der American Cancer Society im Journal of Clinical Oncology (2015; doi: 10.1200/JCO.2014.58.3831) hervor.

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Die Cancer Prevention Study II Nutrition Survey befragt seit 1992/93 fast 190.000 Ameri­kaner nach ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Darunter waren auch 2.548 Patienten mit einem Kolorektalkarzinom in der Vorgeschichte. Von ihnen sind bis 2010 insgesamt 1.074 gestorben, darunter 453 am Darmkrebs. Peter Campbell von der American Cancer Society in Atlanta hat die Daten mit den Angaben zum Tabakrauchen in Beziehung gesetzt.

Ergebnis: Patienten die bereits vor der Diagnose rauchten, hatten ein mehr als doppelt so hohes Sterberisiko wie Darmkrebspatienten, die nicht geraucht hatten (relatives Risiko, RR 2,12; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,65 bis 2,74). Auch das Risiko, am Darmkrebs zu sterben, war verdoppelt (RR 2,14; 1,50-3,07). Patienten, die vor der Diagnose nicht geraucht hatten, hatten nur noch ein leicht erhöhtes Gesamtsterberisiko (RR 1,18; 1,02-1,36), sie starben aber nicht häufiger als andere am Darmkrebs (RR 0,89; 0,72-1,10).

Patienten, die nach der Diagnose (weiter) rauchten, hatten ebenfalls ein erhöhtes Gesamtsterberisiko (RR 2,22; 1,58-3,13) und Darmkrebssterberisiko (RR 1,92; 1,15-3,21). Campbell vermutet, dass Rauchen entweder zur Entwicklung aggressiverer Tumoren führt oder die Wirksamkeit der Therapie herabsetzt (oder beides).

© rme/aerzteblatt.de

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