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Medizin

Hoher Alkoholkonsum ist ein starker Risikofaktor für Schlaganfälle

Mittwoch, 4. Februar 2015

dpa

Brünn – Personen, die im mittleren Lebensalter viel Alkohol konsumieren, könnten damit ihr Risiko für einen Schlaganfall um 34 Prozent erhöhen – im Vergleich zu Gleichaltrigen, die kaum Alkohol trinken. Die Wissenschaftler um Pavla Kadlecová am St. Anne's University Hospital in Tschechien halten daher den hohen Alkoholkonsum im mittleren Lebensalter für noch gefährlicher als klassische Risikofaktoren wie Diabetes oder eine arterielle Hypertonien. Sie berichten über ihre Ergebnisse in Stroke (doi: 10.1161/STROKEAHA.114.006724).

Die Wissenschaftler berichten, dass bereits viele Vorstudien belegen konnten, dass ein erhöhter Alkoholkonsum das Schlaganfallrisiko erhöhen könne. Bisher sei jedoch noch nicht vollständig bekannt, in welchem Alter Patienten besonders vulnerabel auf einen erhöhten Alkoholkonsum reagieren. Inwiefern genetische und Umweltfaktoren aus früheren Lebensphasen dieses Risiko beeinflussen, sei ebenfalls nur schwer aus der Vielzahl der Studien zu schließen.

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11.644 Zwillinge des schwedischen Zwillingsregisters, die spätestens 1925 geboren wurden und zwischen 1967 und 1970 unter 60 Jahre alt waren, wurden von den Forschern in die Analyse eingeschlossen. Die Teilnehmer komplementierten in dieser Zeit einen Fragebogen zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und wurden von den Forschern im Durchschnitt über 43 Jahre nachverfolgt.

In der Kohorte entwickelte etwa ein Drittel der Teilnehmer (29 Prozent) einen Schlag­anfall. Die Arbeitsgruppe stellte fest, dass Teilnehmer, die täglich mehr als zwei alkoholische Standardgetränke (ein Standardgetränk entspricht 0,33L Bier) konsumierten, im mittleren Lebensalter ein 34 Prozent höheres Risiko hatten, einen Schlaganfall zu erleiden, als Personen, die durchschnittlich nur ein halbes Standardgetränk tranken.

Im mittleren Lebensalter war der Alkoholkonsum laut der Wissenschaftler der wichtigste Risikofaktor, einen Schlaganfall zu erleiden. Dies änderte sich für die Teilnehmer im höheren Lebensalter. Ab dem 75. Lebensjahr waren klassische Risikofaktoren wie ein hoher Blutdruck oder Diabetes mellitus, die wichtigsten Risikofaktoren für einen Schlag­anfall. Beim Risikovergleich zwischen eineiigen Zwillingen, beobachteten die Wissen­schaftler, dass ein erhöhter Alkoholkonsum die Zeit bis zum ersten Schlaganfall um etwa fünf Jahre verkürzte.

Die Arbeitsgruppe fordert besonders bei Patienten im mittleren Lebensalter, dem Alkoholkonsum stärkere Beachtung zu schenken. In diesem Lebensabschnitt sei für Erwachsene eine Reduktion des Alkoholkonsums mindestens so wichtig, wie die Bekämpfung der klassischen Risikofaktoren.  © hil/aerzteblatt.de

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