NewsPolitikIndividualisierte Therapien Hoffnungsträger der Krebsmedizin
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Individualisierte Therapien Hoffnungsträger der Krebsmedizin

Mittwoch, 4. Februar 2015

dpa

Berlin/Brüssel – Auf die Bedeutung der individualisierten Behandlung bei Krebser­krankungen hat Bun­des­for­schungs­minis­terin Johanna Wanka (CDU) hingewiesen. „Dank exzellenter Forschung haben wir große Fortschritte gemacht. Hier gehen Forschung, Diagnose und Behandlung nahtlos ineinander über“, sagte die Ministerin anlässlich des heutigen Weltkrebstages.

Wanka wies auf die Erfolge der Krebsforschung in Deutschland hin. Exemplarisch nannte sie unter anderem die Impfungen gegen humane Papillomviren und Fortschritte bei der Behandlung der akuten polymyeloischen Leukämie.

Anzeige

Für eine gemeinsame Krebsforschung in der Europäischen Union (EU) plädierte der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU). Forscher, die in mehreren EU-Ländern gleichzeitig neue Therapien erforschen wollten, würden durch den „bürokratischen Dschungel“ in ihrer Arbeit gehemmt, sagte Liese heute in Brüssel. Nur durch eine gemeinsame europäische Forschung könne die steigende Zahl von Krebsfällen bekämpft werden, so Liese.

Die EU-Verordnung über klinische Prüfungen vom vergangenen April sei ein wichtiger Schritt gewesen, so Liese. Dadurch sollten Pharma-Firmen künftig leichter grenzüber­schreitende Medikamententests und klinische Studien in der EU durchführen können. Ein Land alleine könne häufig nicht genügend Fallzahlen für die notwendige Forschung aufbringen; dafür sei die Zahl der unterschiedlichen Krebsarten zu hoch.

Mehr interdisziplinäre vernetzte Betreuung von Krebspatienten hat die rheinland-pfälzische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) angemahnt. Dank des enormen medizinischen Fortschritts hätten sich die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Dennoch bleibe die Krebsbekämpfung eine gesundheitspolitische Herausforderung.

„Es erfordert ein Netz unterschiedlichster Maßnahmen zur Vorsorge, Sicherstellung einer qualitätsgesicherten Versorgung sowie psychosozialen Beratung und Betreuung krebs­kranker Menschen. Das lässt sich nur durch eine optimale Kooperation und Vernetzung der Akteure erreichen“, so die Ministerin.

Jährlich eine halbe Million Neuerkrankungen
In Deutschland erkranken nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden jährlich rund 500.000 Menschen an Krebs, etwa 220.000 sterben an den Folgen. Damit war Krebs im Jahr 2013 nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todes­ursache in Deutschland. Eine der häufigsten Krebsarten bei Männern und Frauen ist der Lungen- und Bronchialkrebs. „Wir wissen, dass Rauchen tödlich sein kann. Dennoch greift immer noch jeder vierte zu Zigaretten und anderen Tabakwaren“, sagte die Drogen­beauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU). Der Weltkrebstag biete eine gute Gelegenheit, sich selbst zu hinterfragen und das Rauchen aufzugeben.

Seit 2007 ruft die Welt-Krebsorganisation (UICC) mit dem Weltkrebstag zu mehr Aufmerksamkeit für die Krankheit auf. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto “Krebs – Lösungen in Reichweite“. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2020
Berlin – Künftig umfasst der Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) vier biomarkerbasierte Brustkrebstestverfahren. Einen entsprechenden Beschluss hat heute der Gemeinsame
Drei weitere Biomarker-Tests bei Brustkrebs als Entscheidungshilfe
6. Oktober 2020
Berlin – Angesichts einer zunehmend personalisierten Medizin mit begrenzten Fallzahlen bei prospektiv randomisierten Studien sollte für eine Bewertung der Versorgungsqualität künftig auch auf
Registerdaten können für Transparenz der Versorgungsqualität sorgen
2. Oktober 2020
Berlin – Im Freien arbeitende Menschen, deren Haut über lange Zeit starker UV-Strahlung ausgesetzt ist, entwickeln häufiger ein Basalzellkarzinome als andere Menschen. Die Deutsche Dermatologische
Basalzellkarzinome: Anerkennung als Berufskrankheit gefordert
2. Oktober 2020
London – Gleich drei randomisierte Studien haben in den vergangenen Jahren das optimale Timing für die Strahlentherapie nach einer radikalen Prostatektomie untersucht. Die Ergebnisse, die jetzt im
Prostatakarzinom: Radiotherapie nach Operation kann häufig warten
29. September 2020
Lugano/Köln – Patienten mit nicht operablen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Ösophaguskarzinomen sollten künftig in der Erstlinienbehandlung zusätzlich zur Chemotherapie Pembrolizumab
Ösophaguskarzinome: Pembrolizumab plus Chemotherapie neuer Standard für die Erstlinie
29. September 2020
Lyon – Eine Immuntherapie mit Pembrolizumab, das die Wirkung der körpereigenen Krebsabwehr verstärkt, hat sich bei einer Reihe von seltenen Sarkomen als wirksam erwiesen, wie die Erfahrungen aus einer
Pembrolizumab bei seltenen Sarkomen wirksam
29. September 2020
Valencia/Spanien – Ernährungsstörungen, unter denen viele Krebspatienten zumeist krankheitsbedingt leiden, erhöhen bei einer Krankenhausbehandlung das Risiko auf eine nosokomiale Infektion. Dies kam
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER