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Politik

Weibliche Genital­verstümmelung: Bedarf an Hilfsangeboten nimmt zu

Mittwoch, 4. Februar 2015

Düsseldorf – Der Bedarf an Hilfsangeboten gegen weibliche Genitalverstümmelung nimmt zu. Das zeigen die Zahlen der Beratungsstelle „Stop Mutilation“ in Düsseldorf. 987 Mal haben die Mitarbeiter im Jahr 2014 junge Mädchen, Frauen, aber auch Männer zu dem Thema beraten. Im Jahr 2013 waren es nur 445 Beratungen gewesen. Unter anderem haben die Anrufe wegen eines Verdachts auf eine drohende Genitalbe­schneidung während eines Ferienaufenthalts im Heimatland um 52 Prozent zugenommen (2013: 75 Beratungen aus diesem Grund, 2014 waren es 114). 62 Mädchen konnten durch die Beratungs- und Aufklärungsarbeit vor der Genitalverstümmelung bewahrt werden.

„Mit der grausamen Praxis der weiblichen Genitalbeschneidung sind wir durch die Globalisierung auch in Nordrhein-Westfalen (NRW) konfrontiert. Betroffenen oder bedrohten Frauen und Mädchen müssen wir bei uns Hilfe und Schutz bieten“, erklärte Gesundheits- und Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Bündnis90/Grüne) in Düsseldorf. Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter fördert den Verein „Stop Mutilation eV“ seit 2011. Es hat außerdem zusammen mit weiteren Akteuren eine Handreichung für Beschäftigte des Gesundheitswesens „Genitale Beschnei­dung/Verstümmelung bei Mädchen und Frauen“ erarbeitet.

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In NRW leben nach Schätzungen des Hilfswerkes Terre des Femmes mindestens 5.600 von Genitalverstümmelung betroffene oder bedrohte Frauen und Mädchen. Über 1.200 Schülerinnen stammen aus Ländern, in denen weibliche Genitalverstümmelung prak­tiziert wird.

„Die Mädchen und Frauen leiden ihr Leben lang unter den körperlichen und seelischen Folgen der Verstümmelung. Jede Beschneidung, die wir verhindern können, ebenso wie die Hilfe und Unterstützung für beschnittene Frauen, sind ein Beitrag zur Beendigung der Grausamkeiten“, sagte Steffens. © hil/aerzteblatt.de

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