NewsAuslandFranzosen können über Sterbehilfe mitdiskutieren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Franzosen können über Sterbehilfe mitdiskutieren

Mittwoch, 4. Februar 2015

Paris – Der Präsident der französischen Nationalversammlung Claude Bartolone (PS) will die Bürger an der Debatte über das Sterbehilfegesetz beteiligen. Auf der Webseite der Nationalversammlung sei es nun möglich, Kommentare zu dem Gesetzentwurf einzureichen, berichtet die Zeitschrift La Vie (Online-Ausgabe Dienstag).

Anhänger der Bürgerkonferenzen kritisierten dieses Vorgehen. Es brauche eine angemessene Aufklärung der Bürger, statt nur eine Einsicht in den Text und eine Kommentarfunktion auf der Seite der Nationalversammlung zu gewähren, hieß es.

Bislang gilt in Frankreich das sogenannte Leonetti-Gesetz von 2005. Es ist benannt nach dem Abgeordneten Jean Leonetti und gestattet einen Verzicht auf lebens­erhaltende Maßnahmen. Voraussetzung ist, dass der Patient selbst einen ent­sprechenden Wunsch äußert oder Angehörige an seiner statt einen Behandlungs­abbruch verlangen. Aktive Sterbehilfe ist in Frankreich bisher strafrechtlich verboten. Ein Arzt, der Beihilfe zur Selbsttötung leistet, muss mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen.

Anzeige

Im Dezember stellte die „Kommission über das Ende des Lebens” einen Gesetzentwurf zur Euthanasie-Regelung in Frankreich vor. Der Entwurf schließt nach Angaben französischer Medien eine Beihilfe zur Selbsttötung aus; Sterbewilligen dürften keine tödlichen Medikamente ausgehändigt werden. Zudem sind darin eine verbindliche Patientenverfügung sowie eine Fortentwicklung der Palliativmedizin vorgesehen.

© kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Berlin – Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020, mit dem das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung für verfassungswidrig erklärt wurde, sorgte in Fachkreisen und in
Debatte im Ethikrat zur Sterbehilfe zeigt Meinungsbandbreite
14. Oktober 2020
Den Haag – In den Niederlanden soll die Sterbehilfe bei sterbenskranken Kindern im Alter von unter zwölf Jahren legalisiert werden. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Hugo de Jonge kündigte gestern eine
Niederlande wollen Sterbehilfe bei Kindern unter zwölf Jahren legalisieren
28. September 2020
Berlin – In die Debatte um die Rolle von Ärzten am Lebensende kommt Bewegung. Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) denkt über eine Änderung des Berufsrechts bei der ärztlichen Beihilfe zu Selbsttötungen nach.
Sterbehilfe auf Agenda des Deutschen Ärztetages
11. September 2020
Wiesbaden – Keine einfachen Lösungen bei der erneuten Debatte um die Sterbehilfe in diesem Herbst erwartet die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). „Kontroversen am Lebensende“ ist daher
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin erwartet kontroverse Debatte um die Suizidbeihilfe
25. August 2020
Berlin – Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Suizidbeihilfe, das Ende Februar das seit 2015 bestehende Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe (Paragraf 217 Strafgesetzbuch) für
Sterbehilfe: Anpassung des ärztlichen Berufsrechts angemahnt
19. August 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) hält eine zügige neue strafrechtliche Regelung der Suzidbeihilfe nicht für „sinnvoll“ und plädiert für eine Regelung im Bürgerlichen
Suizidbeihilfe: DGHS plädiert für zivilrechtliche Regelung
13. August 2020
Berlin – Obwohl das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) bereits vor fünf Monaten das 2015 beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen, organisierten Suizidbeihilfe – den Paragrafen 217 Strafgesetzbuch
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER