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Medizin

Brustkrebs: Erster CDK4/6-Inhibitor in den USA zugelassen

Donnerstag, 5. Februar 2015

dpa

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA hat mit Palbociclib das erste Medikament einer neuen Wirkstoffklasse zugelassen. Der CDK4/6-Inhibitor hatte in einer kürzlich veröffent­lichten Phase-II-Studie das krankheitsfreie Überleben verdoppelt.

Palbociclib hemmt die Cyclin-abhängigen Kinasen (CDK) 4 und 6, die eine Schlüsselrolle bei der Steuerung des Zellzyklus haben und in Brustkrebszellen vermehrt aktiv sind. CDK4 und 6 sind deshalb ein interessanter Angriffspunkt für die Krebstherapie und im letzten Jahr stellten auf der Jahrestagung der American Association of Cancer Research in San Diego mit Eli Lilly, Novartis und Pfizer gleich drei Konzerne erste klinische Studien zu Wirkstoffen vor, die durch die Inhibition von CDK das Brustkrebswachstum hemmen. Am weitesten fortgeschritten ist der Hersteller Pfizer, der jetzt die FDA durch die Abschluss­ergebnisse der PALOMA-1-Studie überzeugen konnte.

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An der Phase II-Studie hatten 165 postmenopausale Frauen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit positivem Östrogen-Rezeptorstatus (ER+) und negativem HER2-Status (HER2-) teilgenommen. Frühere Studien hatten gezeigt, dass CDK4/6-Inhibitoren in dieser Gruppe am ehesten eine Wirkung erzielen. Die Studien­teilnehmerinnen wurden in der Studie auf eine Kombination von Palbociclib plus Letrozol oder auf eine Monotherapie mit Letrozol randomisiert.

Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Wie die kürzlich in Lancet Oncology (2015; doi: org/10.1016/S1470-2045(14)71159-3) publizierten Daten zeigen, vergingen unter der Kombinationstherpie mit Palbociclib 20,2 Monate bis zur erneuten Tumorprogression. Unter der Monotherapie war dies bereits nach 10,2 Monaten der Fall (Hazard Ratio 0,488; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,319-0,748). Ob der Wirkstoff die Gesamtüberlebenszeit verlängert, steht derzeit nicht fest. Eine Heilung ist im fortge­schrittenen Stadium der Erkrankung nicht mehr möglich.

Nach Einschätzung der FDA stellt der neue Wirkstoff einen möglichen Durchbruch in der Therapie des Mammakarzinoms dar, was durch eine beschleunigte Zulassung noch vor Abschluss der Phase III-Studien belohnt wurde. Palbociclib darf bei Frauen mit fortge­schrittenem Brustkrebs und dem Rezeptorstatus ER+/HER2- als Ersttherapie eingesetzt werden. Marktbeobachter rechnen mit einem breiten Einsatz. Der Hersteller könnte mit dem Medikament noch vor Abschluss der klinischen Prüfung einen Milliardenumsatz erzielen.

Die Einnahme der oral verfügbaren Substanz ist für die betroffenen Frauen mit einem deutlichen Anstieg der Nebenwirkungen verbunden, zu denen Müdigkeit, Infektionen der oberen Atemwege, Übelkeit, Stomatitis, Alopezie, Diarrhoe, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Asthenie gehören. Im Blutbild kommt es häufig zu Neutropenie, Leukopenie und Thrombozytopenie.

© rme/aerzteblatt.de

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