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Politik

Kabinett in Schleswig-Holstein berät Maßnahmen gegen Kranken­hausinfektionen

Donnerstag, 5. Februar 2015

Kiel – Das Landeskabinett in Schleswig-Holstein erwägt längerfristige Konsequenzen aus der Keimkrise am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). „Im Moment steht weiterhin der Kampf gegen den Keim im Vordergrund, aber wir müssen parallel jetzt die Weichen stellen, um die richtigen Schlüsse aus der Lage zu ziehen“, sagte die Landesgesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD).

Vor knapp drei Monaten erlebte der Kieler Standort des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein den Ausbruch eines gegen relevante Antibiotikagruppen resistenten Stammes von Acinetobacter baumannii. „Zusammengefasst konnte bei zwölf verstorbenen schwer­kranken Patienten eine Kolonisation nachgewiesen werden.

Bei dreien von diesen zwölf Patienten ist es bislang nicht sicher ausgeschlossen, dass der Keim zum Tod der Patien­ten beigetragen hat“, erläuterte der Dekan der Medizi­nischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Ulrich Stephani, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

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Die Landesregierung diskutiert im Augenblick unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Die Finanzierung eines Erweiterungsbaus. Insbesondere im Bereich der jetzigen internistischen Intensivstation mit 16 Betten, in der das Ausbruchsgeschehen begann, gebe es Handlungsbedarf bei den räumlichen Gegebenheiten.
  • Eine bessere Kommunikation: Die Gesundheitsämter sollen dem Ministerium in Kiel künftig schneller berichten.
  • Die Landesregierung will eine Bundesratsinitiative zur Finanzierung von Scree­ning-Untersuchungen vor der stationären Versorgung durch die Kranken­kassen auf den Weg bringen.
  • Konkretisierung der Verpflichtung für mehr Fortbildungs- und Schulungsangebote in medizinischen Einrichtungen.
  • Hinwirken auf ein restriktiveres Antibiotika-Verordnungsmanagement im nieder­gelassenen Bereich sowie auf eine Aufstellung von einrichtungsspezifischen Leitlinien zur Antibiotikatherapie.
  • Prüfung einer weiteren Erhöhung der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel und die damit verbundene mehrjährige Planungssicherheit für die Krankenhaus­investitionen in Schleswig-Holstein. Die Landesregierung will weiterhin darauf drängen, dass die Krankenhäuser künftig bundesweit auf einer einheitlichen Grundlage vergütet werden.

© hil/aerzteblatt.de

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