NewsÄrzteschaftKrebsforschung: Fachgebiete müssen sich besser vernetzen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Krebsforschung: Fachgebiete müssen sich besser vernetzen

Donnerstag, 5. Februar 2015

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat darauf hingewiesen, dass die gezielte Behandlung von Krebspatienten auf der Grundlage neuer Erkenntnisse über das Genom von Tumorzellen in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. „Heute kann man sehr schnell und günstig das Genom eines Menschen sequenzieren“, sagte Christian Reinhardt von der Universität zu Köln heute auf einer Pressekonferenz der DGIM in Berlin.

„Wir können die Mutationen in menschlichen Tumoren identifizieren, die für die Entstehung von Krebs verantwortlich sind, und gezielt gegen sie vorgehen. Auf diese Weise können wir ohne den Einsatz von Chemotherapie Erfolge erzielen.“ Diese Therapiemöglichkeiten würden sich in den nächsten Jahren noch extrem ausweiten.

„Für Pharmafirmen ist es attraktiv, einen Wirkstoff für viele Patienten zu entwickeln“, so Reinhardt weiter. „Wenn jedoch nur wenige Patienten von einem spezialisierten Medikament profitieren, wird dieses sehr teuer werden. Wir müssen jetzt die Frage beantworten: In welchem Umfang ist unsere Gesellschaft bereit, diese Entwicklung zu finanzieren?“

Anzeige

Reinhardt sprach eine weitere Frage an, auf die eine Antwort gefunden werden müsse: „Bei der Genomsequenzierung gibt es noch einen Beifang. Denn wir erhalten Einblicke über ein Risiko für Zweiterkrankungen der Patienten. Wie sollen wir nun mit diesen Erkenntnissen umgehen? Sollen wir die Patienten über ihr Risiko aufklären? Und wie können wir die Daten der Patienten schützen?“

Der DGIM-Vorsitzende Michael Hallek sprach sich dafür aus, dass sich die an der Krebsforschung beteiligten Fachgebiete besser vernetzen: „Ärzte verschiedener Fachrichtungen forschen heute zu ähnlichen molekularbiologischen Fragestellungen.“ Dieses Wissen müsse man auch zusammenführen. „Wir spezialisieren uns extrem stark“, sagte Hallek. Deshalb sei es wichtig, dass jemand eine Gesamtsicht auf den Patienten behalte und die Behandlung organisiere. Die Internisten nähmen diese Herausforderung an. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
NEWSLETTER