NewsMedizinVitamin A könnte Kinder vor Malaria schützen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Vitamin A könnte Kinder vor Malaria schützen

Montag, 9. Februar 2015

Baltimore – Vitamin A könnte dazu beitragen, die Infektionsraten von Malaria bei Kindern zu senken. Maria-Graciela Hollm-Delgado und ihre Arbeitsgruppe an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health schließen dies aus einer Beobachtungsstudie mit Kindern aus der subsaharischen Region. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in eLife (http://dx.doi.org/10.7554/eLife.03925).

Laut den Wissenschaftlern lebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung in Gebieten, in denen eine Malariainfektion möglich ist. Für Kinder kann die ohnehin gefährliche Infektionserkrankung noch häufiger einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen als für Erwachsene. Kostengünstige Präventivmaßnahmen sind notwendig, weil bisher kein wirksamer Impfstoff zu Verfügung steht.

Für die Beobachtungsstudie haben die Wissenschaftler einen weiteren Aspekt hinzu­gezogen, der zunächst nicht mit Malaria im Zusammenhang steht: Die Weltgesund­heitsorganisation WHO empfiehlt nämlich in diesen Regionen Kindern bis zum Alter von fünf Jahren die zusätzliche Einnahme von Vitamin A, welches der Körper unter anderem für die Bildung von Retinal in den Sehzellen benötigt. Vitamin A besitzt aber auch eine immunmodulatorische Wirkung. Die Wissenschaftler wollten daher mögliche Schutz­effekte der zusätzlichen Vitamin-A-Dosis untersuchen. Sie analysierten in diesem Zusammenhang auch den Einfluss von Standardimpfungen auf das Malariarisiko.

Anzeige

Mehr als 8.300 Kinder im Alter zwischen sechs und 59 Monaten aus der subsaharischen Region (Burkina Faso, Mosambik, Ruanda und Senegal) wurden in einem Zeitraum von 18 Monaten auf Parasitämien mit dem Malariaerreger getestet und erhielten in etwas drei Viertel der Fälle auch einen Antikörpertest. Von den untersuchten Kindern hatten 62 Prozent eine zusätzliche Vitamin-A-Dosis erhalten.

Für die Impfungen gegen Polio- oder MMR-Viren konnten die Wissenschaftler keinen schützenden Infekt gegen Malaria feststellen.

Kinder, die zusätzliches Vitamin A erhielten, zeigten weniger häufig eine Parasitämie (RR=0.46, 95% CI=0.39–0.54) und auch seltener spezifische Malaria-Antikörper (RR=0.23, 95% CI=0.17–0.29 ). Bei älteren Kindern und während der Regenzeit hatte die Vitamin-A-Gabe die stärksten Effekte auf die Antikörperbildung.

Der genaue Mechanismus, über welchen das Vitamin A vor der Infektionen schützen könnte, ist aber nicht genau geklärt. Eine zusätzliche Vitamin-A-Gabe, wie es die WHO empfiehlt, könnte jedoch nach Meinung der Forscher einen wichtigen Beitrag in der Malariaprävention bei Kindern leisten. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Oktober 2019
Cambridge/Montpellier – Der Malaria-tropica-Erreger Plasmodium (P.) falciparum, der derzeit für jährlich 435.000 Todesfälle verantwortlich ist, ist möglicherweise vor etwa 50.000 Jahren im Blut eines
Wie die Malaria zum Menschen kam
10. Oktober 2019
Lyon – Die USA, Deutschland und andere internationale Geldgeber haben im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria 14 Milliarden US-Dollar (rund 12,7 Milliarden Euro) für die kommenden drei Jahre
Geberkonferenz sichert 14 Milliarden Dollar für Anti-Aids-Kampf zu
2. Oktober 2019
Richmond – Kann eine hochdosierte Vitamin C-Behandlung das Leben von Sepsis-Patienten retten, bei denen es bereits zu einem Organversagen gekommen ist? In einer randomisierten kontrollierten Studie im
Sepsis: Studie zur Hochdosis-Therapie mit Vitamin C scheitert in den meisten Endpunkten
12. September 2019
Jacobina – Bei einem Feldversuch mit gentechnisch veränderten Mücken sind nach Forscherangaben Teile aus deren Genom in die natürliche Mückenpopulation gelangt. Je nach Stichprobe hätten 10 bis 60
Gentechnisch veränderte Mücken breiten sich in Brasilien aus
9. September 2019
London – Führende Malariaexperten halten die Ausrottung der Krankheit bis zum Jahr 2050 für möglich. Dies sei ein „mutiges, aber erreichbares Ziel“, betonten die Forscher der Lancet-Kommission zur
Malariaforscher halten Ausrottung der Krankheit bis 2050 für möglich
26. August 2019
Berlin – Politik und Hilfsorganisationen haben die zugesagten deutschen Investitionen für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria positiv aufgenommen. Deutschland verstärke
Merkel verstärkt Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria
23. August 2019
Genf – Für die Ausrottung von Malaria muss laut Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) deutlich mehr in die Entwicklung von Mitteln gegen die Krankheit investiert werden. Derzeit flössen weniger als ein
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER