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Politik

Auch Berufe mit hoher Belastung für Ältere gut geeignet

Montag, 9. Februar 2015

Rostock – Der Auffassung, ältere Menschen könnten Berufe mit hoher psychischer oder körperlicher Belastung nicht oder nur sehr eingeschränkt ausüben, tritt die Rostocker Gerontologin Thusnelda Tivig entgegen. „Die Arbeitskraft älterer Menschen ist eine Kompensationsmöglichkeit für sinkende Nachwuchszahlen, auf die wir nicht verzichten können“, sagte die Leiterin des Departments „Altern des Individuums und der Gesell­schaft“ der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock in einer Veranstaltung des Rostocker Zentrums zur Erforschung des demografischen Wandels.

„Anders als erwartet, erweisen sich auch Berufe mit hoher physischer und psychischer Belastung als für Ältere gut geeignet. Unsere Studien belegen das für Gesundheits- und Pflegeberufe, wie Krankenschwester oder Helfer in der Krankenpflege“, erläuterte die Volkswirtin. Überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer blieben auch mit 55 Jahren weiter in diesem Beruf.

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Außerdem sei die Abgangsrate im Alter 60 bis 64 Jahre in den letzten Jahren stark gesunken. Bankfachleute und Buchhalter hingegen, deren Belastung im Beruf als niedrig eingestuft werde, zeigten eine weit höhere Abgangsrate aus dem Beruf vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter. Mehr noch: In die hoch belastenden Gesundheits- und Pflegeberufe gebe es auch im Alter über 45 Jahre noch Nettozuwanderung, in den Beruf der Bankfachleute hingegen nicht, so Tivig, die ihre Forschungsergebnisse „kontra­intuitiv“ nennt.

Ein Grund dafür, dass Gesundheits- und Pflegekräfte lange im Beruf blieben, könnte im Falle der Gesundheits- und Pflegeberufe die hohe Teilzeitquote sein. Sie liege in diesen von Frauen dominierten Berufen bei 40 bis 50 Prozent. „Physische und psychische Belastungen lassen sich bei Teilzeitarbeit besser verkraften und die kumulierte Belastung über den gesamten Erwerbsverlauf fällt niedriger aus“, skizzierte die Wissenschaftlerin. Sie empfiehlt daher, die Belastung in einem Beruf nicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erfassen, sondern über den gesamten Berufsverlauf zu bewerten. © hil/aerzteblatt.de

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