NewsPolitikStrafbefehl gegen Notarzt wegen Rettungseinsatz vom Tisch
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Strafbefehl gegen Notarzt wegen Rettungseinsatz vom Tisch

Montag, 9. Februar 2015

Augsburg – Der umstrittene Strafbefehl gegen den Neuburger Notarzt Alexander Hatz wegen eines Rettungseinsatzes ist vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt nahm ihren Antrag zurück, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München am Montag mitteilte. Nach nochmaliger Überprüfung des Falls lasse sich dem Notarzt gegen­über „ein strafbarer Vorwurf nicht aufrecht erhalten“. Der Fall hatte in den vergan­genen Tagen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Der Notarzt aus Neuburg an der Donau sollte wegen eines Rettungseinsatzes im vergangenen Jahr 4.500 Euro zahlen und für ein halbes Jahr seinen Führerschein abgeben. Der Mediziner war mit Blaulicht und Martinshorn im Einsatz, weil ein Kleinkind zu ersticken drohte. Ein Autofahrer erstattete Anzeige gegen Hatz, weil dieser beim Überholen zu weit ausgeschert sein soll.

Anzeige

Das zuständige Amtsgericht Neuburg stellte einen Strafbefehl aus, was bundesweit hohe Wellen schlug. Eine im Internet gestartete Onlinepetition für einen „Freispruch“ des Mediziners fand bis Montag rund 200.000 Unterstützer.

Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte nun, eine nochmalige Überprüfung habe erge­ben, „dass der von der Polizeiinspektion Neuburg an der Donau aufgenommene Sachverhalt eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung nicht erwarten lässt“. Maßgeblich hierfür sei die Schilderung der Einsatzfahrt durch den Notarzt gewesen, die erst nach Erlass des Strafbefehls bei Gericht eingegangen sei.

„In Abwägung der gebührenden Ausübung der Sonderrechte des Rettungsdienstes und der dabei gleichwohl gebotenen Rücksichtnahme auf die anderen Verkehrsteilnehmer lässt sich dem Notarzt gegenüber ein strafbarer Vorwurf nicht aufrechterhalten“, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Damit kommt es auch nicht zu einem Prozess gegen Hatz. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt werde das Verfahren gegen den Arzt einstellen, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2019
Berlin – Union und SPD haben die Pläne, dass Notfallsanitäter unter bestimmten Bedingungen bei Patienten in lebensbedrohlichen Situationen eigenständig ärztliche Aufgaben übernehmen dürfen, vertagt.
Notfallsanitäterreform kommt nicht wie geplant
21. Oktober 2019
Berlin – Die geplante Ausbildungsreform für Anästhesietechnische und Operationstechnische Assistenten (ATA, OTA) stößt bei Experten auf viel Zuspruch. Das geht aus der Anhörung zu einem entsprechenden
Viel Zuspruch für Reform der Anästhesie- und OP-Assistenzausbildung
17. Oktober 2019
Berlin – Notfallsanitäter sollen unter bestimmten Bedingungen bei Patienten in lebensbedrohlichen Situationen eigenständig ärztliche Aufgaben übernehmen dürfen. Eine entsprechende Änderung am
Notfallsanitäter sollen ärztliche Aufgaben übernehmen dürfen
15. Oktober 2019
Mainz – Künftig sollen in Rettungswagen in Rheinland-Pfalz ausgebildete Notfallsanitäter an Bord sein. Das sieht der Entwurf eines Rettungsdienstgesetzes vor, den das rheinland-pfälzische Kabinett
Kabinett in Rheinland-Pfalz beschließt Änderungen für Rettungsdienst
11. Oktober 2019
Berlin – Der Bundesrat sieht Nachbesserungsbedarf beim Einsatzgebiet von Notfallsanitätern. Die Länderkammer sprach sich heute daür aus, dass rechtliche Klarheit geschaffen werden muss, wenn
Streit um mehr Rechtssicherheit für Notfallsanitäter
8. Oktober 2019
München – Vom 21. September bis zum 6. Oktober haben Ärzte und Sanitäter 6.892 Patienten auf dem Oktoberfest in München versorgt. Das sind rund 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr (2018: 6.164). Diese
Wiesn-Sanitätsdienst versorgt mehr Patienten
25. September 2019
Berlin – In die Debatte um das mögliche Ende eines Projekts mit Stroke-Einsatzmobilen (STEMO) in Berlin hat sich Regierungschef Michael Müller (SPD) eingeschaltet. Er sprach sich für den Erhalt der
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER