NewsMedizinGrippe: Hochdosierte Impfung bei US-Senioren wirksamer
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Grippe: Hochdosierte Impfung bei US-Senioren wirksamer

Dienstag, 10. Februar 2015

dpa

Silver Springs – US-Senioren, die sich mit einem hochdosierten Impfstoff gegen Influenza impfen ließen, benötigten während der folgenden Grippesaison weniger Medikamente und sie mussten seltener wegen Komplikationen im Krankenhaus behandelt werden als Empfänger einer Standard-Vakzine. Dies kam in einer Studie an Begünstigten der staatlichen Kran­ken­ver­siche­rung Medicare heraus, die Mitarbeiter der US-Arzneimittelagentur FDA in Lancet Infectious Diseases (2015; doi: org/10.1016/S1473-3099(14)71087-4) vorstellen.

Mehr als 90 Prozent aller Todesfälle an (Komplikationen der) Grippe entfallen auf Menschen über 65 Jahre, die deshalb die Hauptzielgruppe für die Grippe-Impfung sind. Infolge der Immunseneszenz nimmt die Schutzwirkung der Impfung mit dem Alter ab. Der Hersteller Sanofi Pasteur hat deshalb einen saisonalen Impfstoff mit vierfach erhöhter Dosis entwickelt.

Anzeige

Der Impfstoff Fluzone wurde 2009 von der FDA für Senioren ab 65 Jahre zugelassen. Die für die Zulassung durchgeführten Untersuchungen hatten gezeigt, dass der Impfstoff sicher ist und im Vergleich zur konventionellen Vakzine höhere Antikörpertiter erzeugt. Eine von der FDA geforderte randomisierte Studie des Herstellers ergab später, dass der hochdosierte Impfstoff die Zahl der laborbestätigten Influenza-Infektionen im Vergleich zu einer Standardvakzine um 24 Prozent senkt (NEJM 2014; 371: 635-45).

Eine von FDA-Mitarbeitern durchgeführte retrospektive Analyse von Medicare-Daten kommt jetzt zu einem fast identischen Ergebnis. Das Team um Richard Forshee aus einer FDA-Abteilung in Silver Spring bei Washington verglich die Abrechnungsdaten von 929.730 Empfängern des Hochdosis-Impfstoffs mit den Daten von 1.615.545 Empfängern der Standard-Vakzine.

Endpunkt waren die Verordnungen des Neuraminidase-Hemmers Oseltamivir nach einem positiven Grippe-Schnelltest sowie die Hospitalisierungen aufgrund einer Influenza. Beide Endpunkte traten nach der Impfung mit Fluzone zu 22 Prozent seltener auf. Die Unterschiede waren beide Male statistisch signifikant.

Die Studie bestätigt nicht nur die höhere Effektivität des hochdosierten Impfstoffs. Sie zeigt zugleich, dass retrospektive Auswertungen von Versichertendaten zu validen Ergebnissen führen können. Diese Untersuchungen sind im Vergleich zu randomisierten Studien mit einem minimalen Kostenaufwand möglich. Die FDA-Mitarbeiter kündigten denn auch an, die Analyse bei künftigen Grippe-Wellen zu wiederholen.

© rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Oktober 2020
Aachen – Auf die Bedeutung einer Grippeimpfung bei Kindern mit Allergien und Asthma bronchiale weist die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPAU) hin. Die Ständige
Asthmakranke Kinder jetzt gegen Grippe impfen
22. Oktober 2020
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ruft bei der Grippeimpfung dazu auf, älteren Menschen über 60 und solchen mit chronischen Erkrankungen den Vortritt zu lassen. Wenn dann noch
Grippeimpfung laut KBV zuerst für Risikogruppen
21. Oktober 2020
Melbourne – Grippeviren können – anders als etwa das Zikavirus – die Plazentaschranke nicht passieren. Dennoch kann eine Influenza in der Schwangerschaft den Feten schwer schädigen. Eine
„Vaskulärer Sturm“: Wie eine Grippe in der Schwangerschaft Gesundheit und Leben des Kindes gefährdet
15. Oktober 2020
München – Die Bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer (BLÄK) hat Aussagen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) zur Verfügbarkeit von Grippeimpfstoff widersprochen. Er könne Spahns Aussage, es bestünden
Bayerns Ärztekammerpräsident widerspricht Spahn bei Grippeimpfstoff
14. Oktober 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat Befürchtungen vor Engpässen beim Grippeimpfstoff zurückgewiesen. Es könne momentan lokal und zeitlich zu Lieferengpässen kommen, sagte er heute
Spahn sieht keine Versorgungsengpässe beim Grippeimpfstoff
12. Oktober 2020
Berlin – Der Chef des Berliner Hausärzteverbandes hat dazu aufgerufen, dass zunächst nur Risikogruppen gegen die Grippe geimpft werden. „Bei 26 Millionen Impfstoffdosen und einer Bevölkerung von 80
Debatte über Influenzaimpfstoff und Verteilung
9. Oktober 2020
Berlin – Die Grippeimpfung ist in der COVID-19-Pandemie besonders wichtig. Doch gerade bei der saisonalen Influenza sind die Impfquoten seit Jahren niedrig. An der Frage, ob Ärzte Teil des Problems
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER