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DAK-Versor­gungsprojekt: Glukosemessung ohne regelmäßiges Stechen

Dienstag, 10. Februar 2015

Foto: Abbott

Berlin – Die Krankenkasse DAK-Gesundheit will bei der Versorgung ihrer Diabetes mellitus-Patienten ganz neue Wege gehen: Ab Juni testet sie bei etwa 1.000 ihrer Versicherten, die im Disease-Management-Programm Diabetes mellitus eingeschrieben sind, ein neues Glukose-Messsystem. Dabei misst ein High-Tech-Sensor der Firma Abbott den Glukosewert in der Gewebsflüssigkeit des Unterhautgewebes. Der wiederholte Finger-Piks zur Messung des Blutzuckers könnte künftig deutlich eingeschränkt werden, sofern sich das neue System bewährt.

„Als innovative Versorgerkasse mit besonderem Qualitätsanspruch freuen wir uns, diese Medizinrevolution zu unterstützen und unseren Versicherten das Messsystem so schnell wie möglich als freiwillige Leistung zur Verfügung zu stellen“, sagte Thomas Bodmer, Mitglied des Vorstandes der DAK-Gesundheit, heute bei der Präsentation des Sensors in Berlin.

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Angesprochen würden für das in diesem Jahr laufende Projekt zunächst Menschen mit Diabetes mellitus, die sich im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie täglich viele Male in den Finger stechen müssen und nach jahrzehntelanger Krankheit und tausend­fachem Piks oft taube Fingerspitzen haben. Nach und nach soll das Projekt auf mehr Versicherte ausgedehnt werden.

Sensor kann auch beim Sport oder Duschen getragen werden
Der Sensor wird bei den Patienten am Oberarm appliziert, wobei ein Sensorfilament unter die Haut eingeführt wird. An der Unterseite trägt der Sensor den feinen Faden, der fortlaufend die Zuckerkonzentration im interstitiellen Gewebe misst. Der Patient kann den Sensor jederzeit mit einem kleinen Lesegerät scannen, das zudem die Glukosewerte bis zu 90 Tage lang speichert. Der Sensor selbst kann bis zu 14 Tage lang getragen werden, auch beim Sport sowie beim Duschen oder Baden.

„Eine zusätzliche Prüfung der Glukosewerte mittels eines Blutzucker-Messgeräts ist erforderlich bei sich schnell ändernden Glukosespiegeln, bei Verdacht auf  eine Hypoglykämie oder Unstimmigkeiten zwischen den  Symptomen und den Messwerten des Systems“, sagte Ansgar Resch, General Manager von Abbott Diabetes Care Deutschland.

Positive Auswirkungen auf die Lebens­qualität
Auch für Morten Schütt, Bereichsleiter Diabetes und Stoffwechsel am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, ist der neue Sensor ein Meilenstein in der Diabetestherapie: „ Auf eine solche Alternative zur traditionellen Blutzuckermessung haben Menschen mit Diabetes und wir Ärzte lange gewartet“, erklärte er. „Das System erleichtert das Diabe­tes­management im Alltag erheblich und hat positive Auswirkungen auf die Lebens­qualität, das Therapievertrauen sowie das soziale Umfeld.“

Das Sensor-System ist seit November 2014 auf dem deutschen Markt zugelassen. Die Studien dazu würden in naher Zukunft publiziert, ergänzte Resch. Dabei geht er davon aus, dass sich der Sensor in Zukunft auch generell in der Regelversorgung durchsetzen wird. © ER/aerzteblatt.de

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