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Medizin

Eisen verkürzt Erholungszeit nach Blutspende

Mittwoch, 11. Februar 2015

dpa

Pittsburgh - Ein Eisenmangel, zu dem es bei vielen regelmäßigen Blutspendern kommt, kann durch eine Substitution mit Eisengluconat vermieden werden. In einer rando­misierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2015; 313: 575-583) konnte die Zeit bis zur Erholung des Hämoglobinwerts nach der Blutspende deutlich verkürzt werden.

Es wird geschätzt, dass 25 bis 35 Prozent der regelmäßigen Blutspender einen Eisen­mangel entwickeln. Die Folge ist eine verlängerte Erholungszeit des Hämoglobinwerts und eine Verzögerung der erneuten Spendefähigkeit. Ob eine Substitution mit Eisen­gluconat die Erholungszeit verkürzen kann, war Gegenstand der vom National Heart, Lung and Blood Institute (NHLBI) gesponserten Hemoglobin and Iron Recovery Study.

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An vier amerikanischen Blutspendezentren wurden 215 Blutspender im Alter ab 18 Jahre auf die tägliche Einnahme einer Tablette Eisen(II)-gluconat (37,5 mg Eisen) oder auf eine Vergleichsgruppe ohne Eisensupplementierung randomisiert. Eine Verblindung fand nicht statt. Die Teilnehmer mussten versichern, dass sie keine weiteren Eisenpräparate einnehmen. Der Ferritin-Spiegel musste geringer als 300 ng/ml sein, um eine Eisen­überladung zu vermeiden. Die Eisensubstitution erfolgte über 24 Wochen.

Die Ergebnisse, die Joseph Kiss vom Institute for Transfusion Medicine in Pittsburgh und Mitarbeiter vorstellen, waren eindeutig. Bei Probanden mit einem niedrigen Ferritin-Aus­gangs­wert (26 ng/ml oder weniger) wurde die Dauer bis zur 80-prozentigen Erholung des Hämoglobinwerts von 158 auf 32 Tage verkürzt. Die Zeit bis zum Erreichen des Ferritin­ausgangswerts verkürzte sich von über 168 Tagen auf 21 Tage.

Auch Teilnehmer mit relativ hohen Ferritinwerten von mehr als 26 ng/ml profitierten von der Eisensupplementierung. Die Erholungszeit des Hämoglobins verkürzte sich von 78 auf 31 Tage, beim Ferritin wurden nach 107 statt mehr als 160 Tagen wieder die Ausgangswerte erreicht.

Das NHLBI will jetzt in weiteren Studien prüfen, welche Blutspender am ehesten von der Eisensupplementierung profitieren und wie lange die Eisentabletten eingenommen werden sollten.

© rme/aerzteblatt.de

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