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Ärzteschaft

Internisten gründen Task Force Infektiologie

Mittwoch, 11. Februar 2015

Wiesbaden – Der steigenden Herausforderungen durch Infektionskrankheiten in Deutschland begegnet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) jetzt mit einer neuen „Task Force Infektiologie“. Sie soll helfen, Strukturen für eine optimale Prävention und Behandlung von Infektionspatienten zu schaffen. Die Fachgesellschaft begrüßte in diesem Zusammenhang den offenen Umgang des Universitätsklinikums Schleswig Holstein, Campus Kiel, mit den Infektionen, denn nur so könne man Schwachstellen in der infektiologischen Versorgung in Deutschland aufdecken.

Vor rund drei Monaten erlebte die Klinik den Ausbruch eines gegen relevante Antibiotikagruppen resistenten Stammes von Acinetobacter baumannii. „Zusammen­gefasst konnte bei zwölf verstorbenen schwerkranken Patienten eine Kolonisation nachgewiesen werden. Bei dreien von diesen zwölf Patienten ist es bislang nicht sicher ausgeschlossen, dass der Keim zum Tod der Patienten beigetragen hat“, erläuterte der Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Ulrich Stephani, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

„Die Expertise der Infektiologie in Deutschland weiter zu steigern, ist uns ein großes Anliegen – nicht zuletzt, um auch Infektionskrankheiten wie beispielsweise Ebola in Zukunft besser begegnen zu können“, betonte der DGIM Vorsitzende Michael Hallek aus Köln.

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„Wie wir Infektionen künftig verhindern können und welche Rahmenbedingungen wir deutschlandweit schaffen müssen, um auf komplexe Infektionserkrankungen zu reagieren, geht uns alle an und ist nicht nur das Problem einzelner Kliniken“, sagte Gerd Fätkenheuer, Leiter der neuen Task Force Infektiologie der DGIM. Immer wieder seien Mediziner mit schwer behandelbaren Infektionen konfrontiert. Eine Behandlung müsse dann durch einen Infektiologen begleitet werden – und diese seien Mangelware.

In einem Positionspapier fordert die Task Force der DGIM daher mehr und besser ausgebildete Infektiologen. Für die entsprechende Zusatzbezeichnung sei derzeit nur eine einjährige Weiterbildung Pflicht, die DGIM fordert jedoch eine fundierte Weiter­bildung von zwei Jahren. „Kliniken jeder Größe profitieren von infektiologisch qualifiziertem ärztlichem Fachpersonal, das eine kompetente Behandlung von Infektionspatienten gewährleistet“, so Fätkenheuer. Ziel müsse es sein, an jeder Klinik mit mehr als 500 Betten eine Stelle für einen klinischen Infektiologen, also einen Internisten mit einer Zusatzausbildung, zu schaffen.

Ein gemeinsames Mentorenprogramm von DGIM und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) soll Ärzten jetzt Karrierewege in der Infektiologie aufzeigen und die Personalentwicklung gezielt fördern.

© hil/aerzteblatt.de

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