NewsHochschulen3D-Drucker hilft bei der OP-Planung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

3D-Drucker hilft bei der OP-Planung

Mittwoch, 11. Februar 2015

Dreidimensionales Modell und Abbildung der virtuellen Planung einer Kieferrekonstruktion /Peter Pulkowski

Mainz – Modelle menschlicher Körperteile aus dem 3D-Drucker nutzen Ärzte der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG) der Universitätsmedizin Mainz, um Operationen besser zu planen und Transplantate präziser anzupassen. Computertomographie, Röntgen oder MRT lieferten die Vorlagen für exakte patientenspezifische Modelle aus dem 3D-Drucker, heißt es aus der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Bei einer Kieferrekonstruktion drucke der 3D-Drucker beispielsweise zunächst ein Modell des Kiefers und des Wadenbeins. Der Operateur nutze nämlich ein Stück der Fibula, um die Lücke im Kiefer zu schließen. An dem Modell könne der Behandler die Operation im Vorfeld detailgetreu durchspielen. Dies ermögliche eine individuelle Planung des Eingriffs.

Anzeige

Während der OP kann der Operateur diese Planung mittels Schablonen am Patienten umsetzen. Das habe auch zeitliche Vorteile: Die Mainzer MKG-Chirurgen berichten, sie könnten mittels ihres eigenen, neu angeschafften 3D-Druckers innerhalb von vier Tagen eine Defektrekonstruktion planen. Bislang hätten sie durch die Zusammenarbeit mit externen Unternehmen in der Regel mehrere Wochen dafür benötigt.

Wissenschaftlich interessant sei die 3D-Drucktechnik zudem für den Bereich regenerative Medizin, berichten die Mainzer Wissenschaftler. Eine zentrale Frage dabei sei: Wie interagieren Geweben und Zellen mit körperfremden Materialien und Oberflächen? Noch stelle die Wechselwirkung von künstlichen Implantaten mit dem menschlichen Körper für fast alle chirurgischen Disziplinen eine große Herausforderung dar.

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „BiomaTiCS -Biomaterials, Tissues and Cells in Science“ erforschen klinisch und wissenschaftlich tätige Chirurgen gemeinsam mit Materialwissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung, dem Institut für Angewandte Struktur und Mikroanalytik und dem Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie anwendungsorientiert den funktionellen Einsatz, die Geweberegeneration und responsive Systeme, heißt es aus Mainz.

„Hier gelingt uns der Brückenschlag zwischen Forschung und Anwendung: Der 3D-Drucker ermöglicht uns einerseits kurzfristige und exakte Rekonstruktionsplanungen für unsere Patienten der MKG. Auf der anderen Seite ist er die Verbindung zu anderen BiomaTiCS-Arbeitsgruppen im Bestreben innovative Baumaterialen für Implantationen und Rekonstruktionen herzustellen“, erklärt Bilal Al-Nawas, Sprecher des Forschungs­schwerpunkts „BiomaTiCS -Biomaterials, Tissues and Cells in Science" der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2020
Amsterdam – Der Medizintechnikkonzern Philips hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Dabei profitierte der Konkurrent von Siemens Healthineers von einer großen Nachfrage nach
Philips profitiert von großer Nachfrage nach Beatmungsgeräten
13. Oktober 2020
Venlo – Das Biotechnologieunternehmen Qiagen profitiert weiter von seinen Produkten für Coronatests. Die Erlöse stiegen im dritten Quartal sowohl nominal als auch wechselkursbereinigt im Vergleich zum
Coronatests steigern Umsatz von Qiagen
1. Oktober 2020
Berlin – Eine „Digitale Bestandsplattform Versorgungskritischer Medizinprodukte“ zur Vermeidung von Lieferengpässen bei Krisensituationen hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed)
BVMed schlägt Bestandsplattform für versorgungskritische Medizinprodukte vor
11. September 2020
Berlin – Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung innovativer Medizintechnik tätigt das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die aktuelle
Forschungsministerium will innovative Medizinprodukte fördern
3. September 2020
Erlangen – Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat sich am Kapitalmarkt knapp drei Milliarden Euro für die Varian-Übernahme besorgt. Die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegebenen neuen
Siemens Healthineers sammelt Milliarden für Übernahme ein
31. August 2020
Amsterdam – Eine Teilstornierung eines Großauftrags der USA für Beatmungsgeräte verschlechtert die Gewinnaussichten des Medizintechnikkonzerns Philips für dieses Jahr. Von den im April durch die
Philips senkt Gewinnausblick
13. August 2020
Lübeck – Die Coronapandemie hat dem Medizintechnikhersteller Drägerwerk im erste Halbjahr ein deutliches Umsatzwachstum beschert. Grund sei die hohe Nachfrage nach Beatmungsgeräten und Schutzmasken
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER