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Dengue- und Chikungunya-Fieber breiten sich rasant aus

Mittwoch, 11. Februar 2015

Berlin - Sowohl das Dengue- als auch das Chikungunya-Fieber breiten sich weltweit rasant aus. Darauf wies der Wissenschaftliche Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM), Tomas Jelinek, heute im Vorfeld des 16. Forums Reisen und Gesundheit hin, das am 6. März im Rahmen der Internationalen Tourismus Börse in Berlin stattfindet. Mit weltweit 396 Millionen infizierten Patienten sowie 96 Millionen Menschen, die an dem Virus erkrankt sind, sei das Dengue-Fieber heute eine der häufigsten Infektionen überhaupt. Und das Chikungunya-Fieber sei erstmals im Dezember 2013 auf dem amerikanischen Kontinent übertragen worden. Heute gebe es der Pan American Health Organization zufolge bereits 1,2 Millionen Verdachtsfälle.

„Beide Krankheiten sind große Gewinner der Globalisierung“, sagte Jelinek. Sie werden von der tagaktiven Tigermücke übertragen, die gerne dort brüte, wo Menschen leben. Wer infiziert werde, leide unter starken grippeähnlichen Symptomen, unter hohem Fieber und starken Gelenk- und Gliederschmerzen. Bei schweren Verläufen könne es zudem zu inneren Blutungen kommen. „Die beiden Krankheiten sind schon heute ein großes Problem für die Gesundheitsversorgung der betroffenen Länder“, erklärte Jelinek. Und das Problem werde noch größer werden. So habe das Dengue-Fieber mittlerweile auch Europa erreicht und könne zum Beispiel in Frankreich, Italien oder Kroatien übertragen werden – in Deutschland bislang jedoch noch nicht.

„Die einzige Möglichkeit, sich zu schützen, ist, sich nicht stechen zu lassen“
Jelinek betonte, dass es noch keinen Impfstoff für beide Viruserkrankungen gebe: „Für das Dengue-Fieber ist ein Impfstoff aber derzeit in der fortgeschrittenen Erprobungs­phase. Eine Verfügbarkeit ist aber noch nicht abzusehen.“ Wer sich infiziert habe, könne zudem nur symptomatisch behandelt werden, zum Beispiel mit Paracetamol gegen die Kopfschmerzen.

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„Die einzige Möglichkeit, sich vor dem Dengue- und dem Chikungunya-Fieber zu schützen ist, sich nicht stechen zu lassen“, betonte Jelinek. Der Goldstandard sei dabei der Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET). Zudem seien möglichst geschlossene und helle Kleidung hilfreich. Feiner Stoff könne darüber hinaus mit einem Insektenschutz imprägniert werden.  

Impfstoff gegen Tollwut wird immer knapper
Der Leiter des CRM wies auch darauf hin, dass die Tollwut für Asienreisende nach wie vor ein Problem darstellen könne. „In den letzten Jahren nimmt die Zahl der Kontakte zwischen Reisenden und Tieren in Tollwutgebieten zu, zum Beispiel der Kontakt mit wilden Hunden und Affen“, sagte Jelinek. Er riet dazu, sich bereits in Deutschland gegen die Tollwut impfen zu lassen, da der Wirkstoff vor Ort kaum zu kriegen sei und nicht in derselben Reinheit vorliege wie in Deutschland. Problematisch sei zudem, dass der Impfstoff weltweit nur von zwei Firmen produziert werde und eine der beiden Firma den Wirkstoff zurzeit nicht liefere. „Deshalb wird er immer knapper und ist heute schon nicht mehr überall verfügbar.“ © fos/aerzteblatt.de

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