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Medizin

Hydroxyzin: EMA will kardiale Risiken minimieren

Freitag, 13. Februar 2015

London – Der Histamin-Antagonist Hydroxyzin, der wegen seiner sedierenden Wirkung als Beruhigungs- und Schlafmittel sowie in der Prämedikantion vor chirurgischen Eingriffen eingesetzt wird, kann die QT-Zeit verlängern und damit im Prinzip ventrikuläre Herzrhythmusstörungen auslösen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will deshalb die Anwendung vor allem bei älteren Menschen einschränken.

Der Ausschuss für Risikobewertung (PRAC) der EMA ist nach einer Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass die Anwendung von Hydroxyzin unabhängig von der Indikation mit einem kleinen, aber definitiven Risiko auf eine QT-Zeit-Verlängerung behaftet ist. Zu den möglichen Folgen gehört eine Torsade de pointes, die jederzeit in ein Kammer­flimmern münden kann. Gefährdet sind nach Einschätzung des PRAC vor allem ältere Menschen und solche mit kardialen Risiken.

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Der PRAC rät, die hydroxyzinhaltigen Medikamente in der niedrigsten wirksamen Dosis über die kürzest mögliche Dauer zu verordnen. Älteren Patienten sollte Hydroxyzin nach Möglichkeit gar nicht verordnet werden. Die maximale Tagesdosis sollte bei Erwachsenen nicht mehr als 100 mg betragen. Älteren Menschen sollten, wenn die Verwendung nicht vermieden werden kann, maximal 50 mg erhalten. Bei Kindern bis zu 40 kg Gewicht beträgt die maximale Tagesdosis 2 mg pro kg Körpergewicht.

Vermieden werden sollte die Anwendung von Hydroxyzin bei Patienten, die Risiko­faktoren für Herzrhythmusstörungen aufweisen oder gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen, die das Risiko einer QT-Zeit-Verlängerung erhöhen. Zur Vorsicht wird geraten bei Patienten, die gleichzeitig Medikamente einnehmen, die die Herzfrequenz verlangsamen oder die Kaliumkonzentration im Serum senken, da diese Begleitmedikation das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöht. © rme/aerzteblatt.de

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