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Medizin

Meditation bessert Schlafqualität

Dienstag, 17. Februar 2015

dpa

Los Angeles – Sogenannte Achtsamkeit-Übungen, eine westliche Variante der buddhistischen Meditation, haben in einer randomisierten Studie in JAMA Internal Medicine (2015; doi: 10.1001/jamainternmed.2014) die Schlafstörungen älterer Menschen besser gelindert als die üblichen Ratschläge zur Schlafhygiene.

Die amerikanische Mindfulness-Bewegung ist ihren esoterischen Wurzeln längst entwachsen und zum Gegenstand der akademischen Medizin geworden. Zu den universitären Instituten, die den möglichen therapeutischen Nutzen untersuchen, gehört das Mindful Awareness Research Center an der Universität von Kalifornien in Los Angeles, wo David Black und Mitarbeiter die Wirksamkeit bei einer häufigen Gesundheits­störung älterer Menschen untersucht haben: dem Schlafmangel.

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An ihrer randomisierten Studie nahmen 49 Patienten im Alter über 55 Jahre teil, deren Schlafqualität im Pittsburgh Schlafqualitätsindex (PSQI) einen Wert von mehr als 5 Punk­te erreicht hatte, der sie als „schlechte“ Schläfer für die Studie qualifizierte. Es ging in der Studie also nicht um die Behandlung spezifischer Schlafstörungen, sondern „nur“ um die Verbesserung der Schlafqualität.

Die Hälfte der Teilnehmer erhielt Ratschläge zur Verbesserung der Schlafqualität, zu denen regelmäßige Aufsteh- und Zubettgeh-Zeiten, die Beschränkung der Bettliegezeit oder die Vermeidung von täglichen Schlafpausen gehören. Die andere Hälfte wurde zu wöchentlichen Meditationsübungen (über 6 Wochen) eingeladen. Während der zwei­stündigen Übungen lernten sie Techniken zur Tiefenentspannung – was ihnen später das abendliche Einschlafen erleichterte.

Wie Black berichtete, konnten die Teilnehmer der Achtsamkeit-Übungen ihren PSQI von 10,2 auf 7,4 verbessern. In der Kontrollgruppe hatten aber die Ratschläge zur Schlaf­hygiene kaum Wirkung gezeigt. Der PSQI wurde dort nur von 10,2 auf 9,1 gesenkt. Die mittlere Differenz zwischen den beiden Gruppen betrug 1,8 und war bei einem 95-Pro­zent-Konfidenzintervall von 0,6 bis 2,9 statistisch signifikant.

Die Achtsamkeit-Übungen waren auch in einigen sekundären Endpunkten den Ratschlägen zur Schlafhygiene überlegen. Die Meditationen erzielten besserte Werte bei Schlaflosigkeit, depressiven Symptomen und Müdigkeit. Keine Unterschiede gab es hinsichtlich Angst, Stress oder Entzündungsparametern. Hier kam es in beiden Gruppen zu Verbesserungen.

Auch für den Editorialisten Adam Spira von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore sind die Achtsamkeit-Übungen eine willkommene Alternative zur medikamentösen Therapie von Schlafstörungen. Die Techniken könnten älteren Patienten gefahrlos empfohlen werden, um Schlafstörungen zu behandeln oder ihnen vorzubeugen.

© rme/aerzteblatt.de

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