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Medizin

Frühes Klimakterium dauert länger

Dienstag, 17. Februar 2015

Winston-Salem – Die vasomotorischen Beschwerden des Klimakteriums halten bei vielen Frauen wesentlich länger an als die oft erwähnten „ein paar Jahre“. In einer Beobachtungsstudie in JAMA Internal Medicine (2015; doi: 10.1001/jamainternmed.2014.8063) klagten Frauen im Durchschnitt 7,4 Jahre lang über Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Neben der ethnischen Herkunft beeinflusste der Beginn des Klimakteriums die Dauer der vasomotorischen Beschwerden.

Die Study of Women’s Health Across the Nation (SWAN) hat eine Gruppe von 3.302 Frauen aus sieben US-Städten in den Jahren 1996 bis 2013 insgesamt 13 Mal nach ihren klimakterischen Beschwerden befragt. Es dürfte deshalb die weltweit größte Studie zu den Auswirkungen der Menopause auf die Lebensqualität sein. Da die Bevölkerung der US-Großstädte gemischt ist, erfasst sie auch zahlreiche ethnische Einflüsse, die bei der Dauer der klimakterischen Beschwerden sehr ausgeprägt sind.

Nach den von Nancy Avis von der Wake Forest School of Medicine in Winston-Salem und Mitarbeitern vorgestellten Daten litten Afroamerikanerinnen mit im Durchschnitt 10,1 Jahren am längsten unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Bei den Frauen lateinamerikanischer Herkunft dauerten die Beschwerden 8,9 Jahre, bei weißen Amerikanerinnen europäischer Herkunft waren es 6,5 Jahre, bei Chinesinnen 5,4 Jahre und bei Japanerinnen nur 4,8 Jahre.

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Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor war das Einsetzen der klimakterischen Symptome in zeitlicher Beziehung zur letzten Menstruation. Wenn die Beschwerden vor der Meno­pause begannen, hielten sie länger an. Die Dauer betrug im Durchschnitt 11,4 Jahre. Bei einem postmenopausalen Beginn hatten die Frauen die Wechseljahresbeschwerden nach 3,4 Jahren überwunden.

Die neue Studie widerlegt nach Ansicht der Editorialistin Gloria Richard-Davis ein medizinisches Dogma, nach dem klimakterische Beschwerden von kurzer Dauer sind und die Lebensqualität der Betroffenen nur minimal beeinflussen. Auch die derzeitigen Leitlinien, die eine begrenzte Hormontherapie für einen möglichst kurzen Zeitpunkt in der niedrigsten effektiven Dosierung empfehlen, um die in der Women's Health Study erkannten Risiken zu minimieren, würden für viele betroffene Frauen zu kurz greifen. Viele Frauen seien auf nicht-hormonelle Alternativtherapien angewiesen, deren Wirksamkeit jedoch nicht sicher belegt sei.

© rme/aerzteblatt.de

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