Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Einfache Ernährungsempfehlung erleichtert Gewichtsabnahme

Mittwoch, 18. Februar 2015

dpa

Worcester – Eine einfache Erhöhung des Ballaststoffanteils in der Ernährung könnte ein sinnvoller Ansatz für Patienten sein, die Schwierigkeiten haben, komplexe Ernährungs­empfehlungen einzuhalten. Sherry Pagoto und ihre Arbeitsgruppe an der University of Massachusetts schließen dies aus ihrer Interventionsstudie, welche sie in Annals of Internal Medicine veröffentlicht haben (doi:10.7326/M14-0611).

Die American Heart Association (AHA) hat auf Grundlage ernährungswissenschaftlicher Empfehlungen eine Leitlinie entworfen, um es Patienten mit metabolischen Erkrankungen leichter zu machen, sich gesund zu ernähren. Neben einer Kalorienreduktion sehen die Empfehlungen einen höheren Obst-, Vollkorn-, Fisch- und Geflügelanteil in der Ernäh­rung vor, bei gleichzeitiger Vermeidung von rotem Fleisch und raffinierten Zuckern.

Nach Meinung der Wissenschaftler könnte es für einige Patienten schwierig sein, diese Empfehlungen in konkrete Ernährungsgewohnheiten umzusetzen. Eine einfache Empfeh­lung, welche die Ernährung insgesamt zum Positiven verbessert, könnte für diese Patienten möglicherweise einfacher zu befolgen sein, so ihre These.

Die Forscher randomisierten 240 Patienten mit einem metabolischen Syndrom in zwei Gruppen, die über zwölf Monate unterschiedlichen Er­näh­rungs­emp­feh­lung­en folgten. Die Experimentalgruppe erhöhte nur den Ballaststoffanteil in der Ernährung auf 30 Gramm pro Tag, während die Kontrollgruppe ihre Ernährung nach den Vorgaben der AHA gestaltete.

In beiden Gruppen verloren die Teilnehmer Gewicht und verbesserten innerhalb eines Jahres ihre metabolischen Parameter. Patienten der AHA-Gruppe verloren 2,7 kg gegenüber 2,1 kg in der Gruppe, die nur den Ballaststoffanteil in ihrer Ernährung erhöhte (Differenz: 0.6 kg; KI= −0,5 bis 1,7 kg). Während der Studie entwickelten acht Teilnehmer Diabetes, wobei sieben dieser Patienten Teilnehmer der Ballaststoff-Gruppe waren (p= 0,066).

Die Abbruchraten in der AHA und der Ballaststoff-Gruppe waren vergleichbar (12,6 Prozent versus 9,9 Prozent, p= 0,055).

Patienten, die sich gemäß den Vorgaben der AHA ernährten, zeigten also einen höheren Gewichtsverlust und entwickelten seltener Diabetes. Studienteilnehmer, die sich auf einen höheren Ballaststoffanteil in ihrer Ernährung konzentrierten, erzielten jedoch ebenfalls gute Ergebnisse in Bezug auf Gewichtsabnahme und metabolische Parameter. Die Forscher sehen daher diese einfache Ernährungsempfehlung als sinnvolle Alterna­tive, wenn Patienten Schwierigkeiten haben, komplizierte Ernährungs­gewohnheiten einzuhalten.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

L.A.
am Donnerstag, 19. Februar 2015, 14:16

Nur einfache Empfehlungen erreichen die Menschen

Das Thema Ernährung ist komplex- und gerade deswegen gilt: Einfach (und richtig) müssen Ratschläge zur gesunden Ernährung sein. Zentrales Stichwort: "Energiedichte" bzw. "Ballaststoffe". Ballaststoffe sind in pflanzlichen (nicht in tierischen) Lebensmitteln enthalten. Deswegen muss die Tendenz lauten: "Mehr Ballaststoffe (und weniger Zucker)!" Oder allgemeiner: "Mehr pflanzliche Nahrung - weniger tierische Nahrung!" (und das ganz unabhängig von der Diskussion um Vegetarismus/ Veganismus).

Nachrichten zum Thema

13.10.17
Ernährung: Linolsäure aus pflanzlichen Ölen könnte Typ-2-Diabetes vorbeugen
Sydney – Eine Diät mit einem hohen Gehalt an Linolsäure, die als Omega-6-Fettsäure vor allem in pflanzlichen Ölen enthalten ist, könnte vor einem Typ-2-Diabetes schützen. Zu diesem Ergebnis kommt eine......
12.10.17
Wieso ein Kaiserschnitt zu dickeren Kindern führt
New York – Mäuse, die per Kaiserschnitt entbunden werden, wiegen später ein Drittel mehr als nach einer natürlichen vaginalen Geburt. Die Auswirkungen, die Forscher in Science Advances (2017; doi:......
12.10.17
Brüssel mahnt zur Eindämmung von Pflanzen­schutzmitteln
Brüssel – Die EU-Länder müssen aus Sicht der EU-Kommission mehr tun, um den Einsatz giftiger Pflanzenschutzmittel soweit wie möglich einzudämmen. Die Umsetzung der entsprechenden Richtlinie sei......
04.10.17
Ketogene Diät reduziert Entzündungsreaktion im Gehirn
San Francisco – Wer sich extrem kohlenhydratarm ernährt, könnte damit Entzündungsreaktionen im Gehirn vermindern. Wie Forscher der University of California berichten, könnte der zugrunde liegende......
27.09.17
Neue EU-Marktordnung: Mehr Anreize für zuckerreiche Lebensmittel
Berlin – Ab dem 1. Oktober 2017 tritt eine neue Zuckermarktordnung in Kraft. Die Verbraucherorganisation foodwatch befürchtet, dass damit die Anreize für die Industrie, noch mehr zuckerreiche......
21.09.17
E-Mail-Leaks offenbaren Einflussnahme der Lebensmittel­industrie auf Gesundheitspolitik
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Berlin /dpa Melbourne – Veröffentlichte E-Mail-Kommunikationen zwischen ehemaligen Führungskräften des multinationalen Getränkekonzern......
19.09.17
Mehr übergewichtige Kinder und Jugendliche in Mecklen­burg-Vorpommern
Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern (MV) leben mehr übergewichtige Kinder als in den Nachbarländern Berlin und Brandenburg. Das geht aus dem ersten Kinderreport hervor, den die AOK Nordost heute......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige