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Ärzteschaft

Kinderreha kann bei Schulproblemen und Schulverweigerung helfen

Mittwoch, 18. Februar 2015

Wangen – Auf die Möglichkeit einer Rehabilitationsmaßnahme bei Schulproblemen bis hin zur Schulverweigerung hat die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Rehabilitation und Prävention (DGPRP) hingewiesen. „Schulmeidendes Verhalten hat meist vielschichtige Gründe. Betroffene Schüler fühlen sich beispielsweise im Schulalltag überfordert, kommen aufgrund einer langen Krankheitsphase im Lehrplan nicht mit, erleiden zu viele Negativerlebnisse oder werden von ihren Mitschülern ausgegrenzt”, erläutert der DGPRP-Experte Stephan Springer, Chefarzt und Leiter der Klinik Hochried in Murnau.

Diese Schulangst könne sich auch somatisch ausdrücken, zum Beispiel in Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafproblemen oder Niedergeschlagenheit. „Diese Kinder brauchen unbedingt Unterstützung, um selbstbewusst den Weg zurück in den Schulalltag zu finden und damit eine Basis für das spätere Berufsleben zu haben“, so Springer.

Reha-Maßnahmen für diese Kinder müssten nicht in den Ferien stattfinden, oft sei es besser, sie während der normalen Schulzeit durchzuführen. Losgelöst von zu Hause und vom üblichen Schulumfeld könnten die Reha-Patienten so der Schule neu begegnen: In kleinen Gruppen könnten die Lehrer auf den Leistungsstand und die individuellen Lernprobleme der Kinder eingehen.

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Wichtig sei auch der Austausch mit anderen Kindern und Jugendlichen, die ebenfalls Probleme mit der Schule haben: Es träfen sich während der Rehabilitation zum Beispiel Schüler, die aufgrund ihres Aussehens oder ihres Übergewichts gemobbt würden, Schüler, die die Beziehungsprobleme ihrer Eltern mittragen müssten, und Schüler, die einen anderen Lernansatz benötigten als er üblicherweise in staatlichen Schulen vermittelt werde. „Dieses konkurrenzfreie Aufeinandertreffen nimmt meist einen enormen Druck von den jungen Patienten, wenn sie sehen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein dastehen“, hieß es von der DGPRP.

Deutschlandweit gibt es laut der Fachgesellschaft rund 500.000 Schüler, die unre­gelmäßig den Unterricht besuchen, davon etwa 30.000 Totalverweigerer. Die DGPRD empfiehlt Eltern, die Ursachen für die Ablehnung der Schule von einem Kinder- und Jugendarzt oder Kinder- und Jugendpsychiater frühzeitig abklären zu lassen.

© hil/aerzteblatt.de

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