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Medizin

Ambulant erworbene Pneumonie: Studie sieht Vorteile für Kortisontherapie

Mittwoch, 18. Februar 2015

Barcelona –  Eine intravenöse Therapie mit Methylprednisolon hat in einer rando­misierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2015; 313: 677-686) bei Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie (CAP) und schwerer systemischer Entzündungsreaktion den Erfolg der Antibiotikatherapie verbessert.

Schwere bakterielle Infektionen gehen mit einer systemischen Immunreaktion einher, die den Erfolg einer antibakteriellen Therapie behindern können. Ein Team um Antoni Torres von der Hospital Clínic de Barcelona hat in einer randomisierten Studie den Nutzen einer hochdosierten Therapie mit Glukokortikoiden untersucht. An fünf Kliniken wurden 120 Patienten, bei denen das C-reaktive Protein auf einen Wert über 150 mg/l angestiegen war, intravenös mit Methylprednisolon (Dosis 0,5 mg/kg pro 12 Stunden) oder Placebo behandelt. Die Behandlung wurde innerhalb von 36 Stunden nach der Aufnahme begonnen und über fünf Tage fortgesetzt.

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Die Zahl der Patienten, bei denen es zu einem Therapieversagen (Schock, Notwen­digkeit einer mechanischen Beatmung oder Tod) kam, wurde von 31 Prozent auf 13 Prozent gesenkt, ein Unterschied von 18 Prozentpunkten, der bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 3 bis 32 Prozentpunkten statistisch signifikant ausfiel. Auch die Sterblichkeit konnte von 15 auf 10 Prozent gesenkt werden. Der Unterschied war hier jedoch nicht signifikant. Ein Nachteil der Steroid-Therapie war ein Anstieg der Blutzucker­werte. Der Anteil der Patienten mit Hyperglykämie stieg von 12 auf 18 Prozent.

Der Grund für die Wirksamkeit der Steroide ist nicht bekannt. Der Editorialist Richard Wunderink von der Feinberg School of Medicine in Chicago vermutet, dass der massive Zerfall der Bakterien unter der Antibiotikatherapie Ursache der starken Immunreaktion ist, deren Folgen durch das Steroid verhindert werden. Dieses als Jarisch-Herxheimer-Reaktion zunächst bei der Syphilis beobachtete Phänomen trete auch bei der Meningokokken-Meningitis auf, berichtet Wunderink. Dort habe sich eine Begleittherapie mit Steroiden ebenfalls bewährt. © rme/aerzteblatt.de

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