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Politik

Streit um Screening auf Gebärmutterhalskrebs

Donnerstag, 19. Februar 2015

Humane Papillomaviren /picture-alliance

Berlin – Der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Christoph Straub, hat sich heute dafür ausgesprochen, ein Screening auf Gebärmutterhalskrebs künftig nur noch mit Hilfe eines Tests auf humane Papillomaviren (HPV) durchzuführen. Dieser Test sei sensitiver und erkenne bösartige Zellveränderungen früher als die seit Jahrzehnten von der Kasse bezahlte Abstrichuntersuchung, auch Pap-Test genannt.

Diagnosezahlen steigen
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Das Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG) habe in Studien Hinweise dafür gefunden, dass mit dem HPV-Test Vorstufen des Gebärmutter­halskrebses früher erkannt und behandelt werden könnten, sagte Straub. Er sprach sich dafür aus, dass die Krankenkassen künftig alle fünf Jahre einen HPV-Test bezahlen; der Pap-Test, der alle zwei Jahre vorgenommen werden soll, könne hingegen wegfallen. Der Ärzteschaft warf er vor, durch ein Festhalten am Pap-Test die Frauen häufiger in die Praxis einbestellen zu wollen, als es notwendig sei. Derzeit berät der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) darüber, wie das Screeningverfahren auf Krebserkrankungen künftig gestaltet werden soll.

„Die Kassenärztliche Bundesvereinigung befindet sich im G-BA in konstruktiven Beratun­gen mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung. Von daher sind wir erstaunt über die Aussagen der Barmer GEK“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Gassen, die Äußerungen Straubs. Die Beratungen im G-BA basierten auf den Ergebnissen der Nutzenbewertung durch das IQWiG. Dessen Abschlussbericht sei allerdings nicht eindeutig.

„Es gibt Hinweise, aber keine Belege für einen Nutzen“, so Gassen. „Viele Fragen sind derzeit noch offen und müssen noch beraten werden.“ Im Übrigen sei festzustellen, dass das bestehende Früherkennungsprogramm hoch effektiv sei: „Derzeit hat das Zervix­karzinom mit circa 4.600 Neuerkrankungen pro Jahr nur noch einen Anteil von 2,1 Prozent an allen Krebsneuerkrankungen bei Frauen.“ Im Jahr 1999 seien hingegen noch 5.230 Frauen am Zervixkarzinom erkrankt. Das entspreche einer Reduktion innerhalb dieses Zeitraums um zwölf Prozent.

Die Daten der Barmer GEK zeigen zudem einen Rückgang der Sterblichkeit infolge eines Zervixkarzinoms. „Allein in den zehn Jahren von 2002 bis 2012 sank die Sterblichkeit um 16 Prozent. Jährlich sterben etwa 1.600 Frauen“, erklärte Straub. Nur wenige Staaten wie die Schweiz oder Finnland könnten eine noch geringere erkrankungsspezifische Sterb­lichkeit vorweisen. Zugleich sei die Zahl der Behandlungsfälle von Zervixkarzinomen im Krankenhaus von 51,6 Fällen je 100.000 Frauen im Jahr 2000 auf 35,5 Fälle im Jahr 2012 gesunken. Die Daten wurden im Auftrag der Barmer GEK vom AQUA-Institut im aktuellen Arzt-Report zusammengeführt. © fos/aerzteblatt.de

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