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Ausland

Ärzte ohne Grenzen fordert Schutz von Flüchtlingen in Serbien

Donnerstag, 19. Februar 2015

Belgrad/Berlin – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat auf die schwierige Situation von Asylbewerbern, Flüchtlingen und Migranten in Serbien hingewiesen. Tausende seien mitten im Winter in Wäldern und Häuserruinen gestrandet. Die Organisation hat deshalb von Serbien gefordert, den Asylbewerbern mit Unterstützung durch das UNHCR angemessene Hilfe zu leisten und den international vereinbarten Flüchtlingsschutz zu garantieren.

Laut Ärzte ohne Grenzen suchen tausende Flüchtlinge aus Ländern wie Syrien oder Afghanistan in Griechenland und Bulgarien Zuflucht in der Europäischen Union, finden in diesen Ländern aber keinen Schutz und fliehen deshalb über den Balkan weiter in den Norden Europas. „Die EU-Mitgliedstaaten müssen endlich die erschreckenden Folgen ihrer Politik zur Kenntnis nehmen und die Asylverfahren und Aufnahmebedingungen verbessern“, erklärte Stuart Alexander Zimble, Koordinator der Projekte auf dem Balkan. „Tausende Flüchtlinge und Asylbewerber werden einfach im Stich gelassen.“

Auslöser ist die so genannte Dublin-Verordnung der EU, die Asylbewerber in der Regel verpflichtet, im Land ihrer Einreise in die EU Asyl zu beantragen. Doch das Asylsystem in Griechenland funktioniert nach Angaben der Hilfsorganisation nicht und zwingt Menschen dazu, unter entsetzlichen Bedingungen zu leben. Es treibe viele dazu, erneut Risiken auf sich zu nehmen, um Griechenland auf der Suche nach Schutz und Hilfe mittels Schleusern wieder zu verlassen. Bei ihrer Ankunft in Serbien bleibe vielen Asylbewerbern dann nichts anderes übrig, als im Freien zu übernachten – unter Plastikplanen oder in provisorischen Zelten, trotz Temperaturen von bis zu minus 20 Grad.

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Deshalb betreib ein Team von Ärzte ohne Grenzen seit Dezember in Serbien mobile Kliniken und verteilt Hilfsgüter. „Die Patienten haben meist nur leichte Kleidung, sie haben Hunger und können sich nicht waschen“, sagte Vasiliki Armeniakou, medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen. „Viele haben Muskel- und Knochenverletzungen, starke Schmerzen, Schnittwunden, Prellungen oder Frostbeulen als Folge des oft tagelangen Irrens durch den Wald.“ © hil/aerzteblatt.de

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