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Jeder dritte niederländische Arzt befürwortet Euthanasie bei Dementen, psychisch Kranken und Lebensmüden

Freitag, 20. Februar 2015

Amsterdam – ­ Aus einer jetzt im Journal of Medical Ethics veröffentlichten Studie (Can physicians conceive of performing euthanasia in case of psychiatric disease, dementia or being tired of living? Online First doi 10.1136/medethics-2014-102150) geht hervor, dass etwa ein Drittel der niederländischen Ärzte bereit ist, assistierten Suizid auch bei Lebensmüden sowie Menschen mit Frühformen von Demenz und psychischen Erkrankungen zu leisten. In den Niederlanden ist Tötung auf Verlangen und ärztlich assistierter Suizid unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, der Patient hat aber kein Anrecht darauf. Der Arzt hat grundsätzlich die Möglichkeit, eine entsprechende Anfrage abzulehnen.

Für die Studie wurden zwischen Oktober 2011 und Juni 2012 insgesamt 2.500 Hausärzte sowie Fachärzte aus den Gebieten Geriatrie, Kardiologie, Pneumologie, Intensivmedizin, Neurologie und Innere Medizin befragt, ob sie jemals bei Patienten mit Krebs, anderen physischen Erkrankungen, psychischen Erkrankungen, früher oder fortgeschrittener Demenz, oder bei gesunden, aber lebensmüden Patienten Sterbehilfe geleistet hätten. Diejenigen, die nach eigener Aussage noch nie Sterbehilfe geleistet hatten, wurden befragt, ob sie grundsätzlich dazu bereit seien, und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen.

77 Prozent teilten mit, dass sie mindestens einmal um Sterbehilfe gebeten worden seien. 86 Prozent der Antwortenden sind grundsätzlich dazu bereit, einem Patienten beim Sterben zu assistieren. 14 Prozent würden dies verweigern. Etwa 60 Prozent derjenigen, die bereits Sterbehilfe geleistet hatten, taten dies in den letzten zwölf Monaten.

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Die Einstellungen zum assistierten Suizid variierten: Die meisten Ärzte würden assistierten Suizid bei Tumorpatienten (85 Prozent) oder anderen körperlichen Krankheiten (82 Prozent) befürworten. Ein Drittel (34 Prozent) wäre auch bei psychischen Erkrankungen dazu bereit.

40 Prozent der Ärzte würde Sterbehilfe bei einer frühen Demenzform leisten, aber nur ein Drittel bei einem späten Demenzstadium. Bei einer strengen medizinischen Indikation wären 27 Prozent der Ärzte bereit, eine sogenannten Lebensmüden beim Sterben zu unterstützen. 18 Prozent würden dies auch tun, wenn der Patient an keiner weiteren Krankheit leidet.

Sieben Prozent der Antwortenden haben bereits tatsächlich einen Patienten ohne Krebs- oder anderen schweren physischen Erkrankung bei Sterben geholfen, während 56 Prozent dies bereits bei einem Krebspatienten und 31 Prozent bei einem Patienten mit einer anderen schweren physischen Erkrankung taten.

„Jeder Arzt sollte sich eine eigene Meinung zur Euthanasie bilden, die einerseits auf gesetzlichen Vorgaben und andererseits auf persönlichen Werten beruhen müsste“, kommentierte die Erstautorin der Studie, Eva Bolt vom EMGO Institute vor Health and Care Research, Amsterdam, die Ergebnisse der Studie. © Kli/aerzteblatt.de

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