NewsHochschulenUniversitätsmedizin Greifswald trotz Leistungssteigerung erstmals im Minus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Universitätsmedizin Greifswald trotz Leistungssteigerung erstmals im Minus

Freitag, 20. Februar 2015

Greifswald – Das vergangene Jahr war für die Universitätsmedizin Greifswald eines der leistungsstärksten in ihrer Geschichte. Darauf hat der Vorstandsvorsitzende der Uni­versitäts­medizin Reiner Biffar hingewiesen. „Schwergewichtige Forschungsprojekte wurden weiter ausgebaut, eine bundesweit hoch anerkannte Lehre und Ausbildung fortentwickelt, 169.000 Patienten medizinisch versorgt und ein Umsatzergebnis aus Krankenhausleistungen in Höhe von 190,8 Millionen Euro erzielt“, sagte er anlässlich des Neujahrsempfanges der Uniklinik. Dennoch sei es nicht gelungen, die erheblichen strukturellen Nachteile für die Universitätsmedizin vollständig zu kompensieren und ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen.

Biffar betonte, die Universitätsmedizin habe die Drittmittelausgaben 2014 um 1,3 Millionen Euro auf 22,7 Millionen Euro gesteigert. „Das ist die bisher höchste Summe an Drittmittelausgaben für Forschung“, informierte der Vorstandsvorsitzende und Wissen­schaftliche Vorstand. Mit dem Geld habe die Universitätsmedizin unter anderem 692 Mitarbeiter mit unterschiedlichen Stellen- und Zeitanteilen finanziert.

Auch in der Lehre ist Greifswald gut aufgestellt: Mit 2.503 Bewerbern auf einen Studien­platz in Humanmedizin liegt die Universitätsmedizin Greifswald hinter der Berliner Charité bundesweit an zweiter Stelle. Im Augenblick studieren 1.564 junge Frauen und Männer in Greifswald Medizin. Der Frauenanteil beträgt 58,9 Prozent.

Anzeige

Mit 190,8 Millionen Euro wurde 2014 der Umsatz in der Krankenversorgung um elf Millionen Euro gegenüber 2013 gesteigert, was vor allem an der Zunahme der schweren Krankheitsfälle liegt. Im vergangenen Jahr wurden an den 21 Fachkliniken in der Universitäts- und Hansestadt so viele Patienten wie noch nie behandelt.

Trotz der Leistungssteigerung wird die Universitätsmedizin Greifswald für das vergangene Jahr erstmals kein ausgeglichenes Ergebnis vorweisen können. „Der Jahresabschluss wird derzeit vom Wirtschaftsprüfer abschließend geprüft, aber wir müssen von einem Defizit von mehreren Millionen Euro ausgehen“, befürchtet Sylvia Langer, kommissarischer kaufmännische Vorstand der Uniklinik.

„Das ist angesichts der vielen Fälle und der großen Leistung unserer Mitarbeiter in der medizinischen Versorgung unserer Patienten sicher enttäuschend, spiegelt aber die derzeitige wirtschaftliche Situation, in der sich viele Krankenhäuser und Universitätsklinika in Deutschland befinden, wider“, ergänzte der Ärztliche Vorstand, Thorsten Wygold.

Er wies daraufhin, dass die Schere zwischen Personalkosten und der Budgetentwicklung immer drastischer auseinander gehe. „Allein die Personalkosten der Universitätsmedizin stiegen von 2010 bis heute um 16,55 Prozent“, machte Wygold deutlich. Im gleichen Zeitraum sei der Basisfallwert, der die Grundlage für den Behandlungspreis bildet, lediglich um 9,2 Prozent gestiegen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. Oktober 2020
Berlin – Die Charité – Universitätsmedizin Berlin hat zusammen mit einem Industriepartner ein interdisziplinäres Zentrum zur Behandlung der Stoffwechselerkrankung Amyloidose eröffnet. „Unser Ziel ist,
Neues Zentrum für Amyloidose-Patienten in Berlin
22. Oktober 2020
Regensburg – Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) hat ein positives Zwischenfazit eines Projektes gezogen, das ausländische Fachkräfte bei der Integration in den Klinikablauf unterstützen soll.
Strategie zur Integration ausländischer Fachkräfte bewährt sich am Universitätsklinikum Regensburg
15. Oktober 2020
Jena – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt eine neue Forschungsgruppe, die Chirurgie und Hepatologie, Bildgebung, Bioinformatik und Datenwissenschaften miteinander verbindet. Die Ärzte und
Lebermodell soll Chirurgen bei Planung großer Operationen unterstützen
9. Oktober 2020
Mannheim – In Baden-Württemberg soll durch die Fusion der Unikliniken Mannheim und Heidelberg ein Krankenhaus im Format der Berliner Charité entstehen. Das Haus mit mehr als 3.300 Betten soll das
Unikliniken Mannheim und Heidelberg stellen Konzept für Fusion vor
9. Oktober 2020
Berlin – Die Berliner Charité und die Universitätsklinik in Frankfurt am Main haben vor einem Personalmangel auf Intensivstationen bei der Bekämpfung der Coronapandemie gewarnt. Der an der Charité für
Unimediziner warnen vor Personalmangel auf Intensivstationen
6. Oktober 2020
Mannheim – Die Universitätsklinik Heidelberg und das Mannheimer Unikinikum wollen sich zusammenschließen und in die alleinige Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg übergehen. Erstellt wurden die
Unikliniken Mannheim und Heidelberg sollen Anfang 2022 fusionieren
1. Oktober 2020
Berlin – Aus den deutschen Universitätskliniken kommen Warnungen vor einer Zuspitzung der Coronapandemie in Deutschland. Die Situation sei „noch nicht dramatisch“, bedürfe aber einer „sehr ernsthaften
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER