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Ausland

WHO fordert Milliarden für Kampf gegen Tropenkrankheiten

Freitag, 20. Februar 2015

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat von ihren Mitgliedstaaten Milliarden-Investitionen in den Kampf gegen "vernachlässigte" Tropenkrankheiten gefordert. Um Krankheiten wie das Denguefieber, Lepra, die Schlafkrankheit oder Tollwut erfolgreich zu bekämpfen oder ganz auszurotten, seien in den kommenden 16 Jahren rund 34 Milliarden Dollar (knapp 30 Milliarden Euro) notwendig, erklärte die WHO am Donnerstag. Nach ihren Angaben stirbt jährlich eine halbe Million Menschen an den Folgen dieser Krankheiten, rund 1,5 Milliarden Menschen weltweit sind betroffen.

Insgesamt listet die WHO 17 sogenannte vernachlässigte Tropenkrankheiten auf, die in den Industrieländern praktisch nicht vorkommen und nicht so viele Opfer fordern wie Aids oder Tuberkulose. Zu ihnen zählen als Trachome bezeichnete Augenentzündungen, Leishmaniose, Flussblindheit oder die zu schweren Hautausschlägen führende Frambösie. Sie werden meist von Parasiten verursacht, die durch Insekten, Larven oder Weichtiere übertragen werden.

Am schwersten leidet laut WHO Afrika, betroffen sind aber auch Menschen in Süda­merika, dem Nahen Osten, Zentralasien und Asien. Viele von ihnen seien gleich mit mehreren Tropenkrankheiten infiziert. Aufgrund des Klimawandels breiteten sich die Erreger inzwischen auf immer mehr Staaten aus, so dass in einigen Fällen nicht mehr von "Tropenkrankheiten" die Rede sein könne, erklärte der zuständige WHO-Experte Dirk Engels.

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Ziel ist es demnach, die Krankheiten bis zum Jahr 2017 weitgehend unter Kontrolle zu bringen. "Höhere Investitionen der Regierungen kann das Elend der Menschen erleichtern und eine große Zahl von Menschen aus der Armutsfalle befreien", erklärte WHO-Chefin Margaret Chan. Sie lobte ausdrücklich Fortschritte in einigen Ländern wie etwa Kolumbien, Bangladesch und Nepal.

Nach WHO-Angaben sind in den Jahren 2015 bis 2020 rund 2,9 Milliarden Dollar jährlich nötig, um die tropischen Krankheiten zu bekämpfen. In den darauf folgenden zehn Jahren sieht ein Finanzierungsplan der Organisation 1,6 Milliarden Dollar pro Jahr vor. Das ergibt insgesamt 34 Milliarden Dollar über 16 Jahre. Mit dem Geld könnten unter anderem 1,5 Milliarden Menschen bis 2017 prophylaktisch behandelt werden. © afp/aerzteblatt.de

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