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Medizin

FDA: ERCP-Endoskope übertragen resistente Keime

Montag, 23. Februar 2015

Rockville – Spezialendoskope für die endoskopische retrograde Cholangio­pan­krea­tikographie (ERCP) sind schwer zu reinigen und deshalb eine mögliche Quelle für Infektionen. Der US-Aufsichtsbehörde FDA werden immer wieder Übertragungen gemeldet. Eine US-Klinik musste dieser Tage 179 Patienten informieren.

Die Patienten waren zwischen Oktober und Ende Januar diesen Jahres am Ronald Reagan Medical Center in Los Angeles mit zwei Endoskopen untersucht worden, an denen später gegen Carbapenem resistente Enterobacteriaceae (CRE) nachgewiesen wurden. Diese Keime, in der Regel Klebsiella und E. coli, sind für gesunde Menschen in der Regel ungefährlich, da sie sich aus normalen Bewohnern der Darmflora ableiten.

Bei hospitalisierten Patienten können sie jedoch schwere Erkrankungen auslösen, bei denen im Fall einer Multiresistenz auch Reserveantibiotika wie Carbapenem wirkungslos bleiben. Wie viele der 179 Patienten sich infiziert haben und ob einige von ihnen erkrankt sind, steht noch nicht fest. Die Klinik hat jedoch alle Patienten informiert und einen kostenlosen ambulanten Nachweistest angeboten. Die Endoskope wurden nach Angabe der Klinik an den Hersteller zur intensiven Reinigung eingeschickt.

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Endoskope zur ERCP sind Hightech-Geräte, die neben einer Optik auch Werkzeuge zum Aufschlitzen der Papilla Vateri haben, einem Schließmuskel am gemeinsamen Ausgang von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang. Außerdem gibt es Katheter zum Einfangen oder Zertrümmern von Gallensteinen oder zum Einbringen von Stents in den Gallen­gang.

Die Geräte haben deshalb konstruktionsbedingt eine Reihe von Ritzen und Spalten, die nur scher zu reinigen sind. Es kommt deshalb immer wieder zur Übertragung von Krank­heits­keimen. Der FDA sind innerhalb von zwei Jahren 135 Fälle bekannt geworden, in denen 75 Endoskope möglicherweise Keime übertragen haben. Darunter waren auch CRE, die seit einigen Jahren vermehrt in US-Kliniken aufgetreten sind.

Die FDA sucht nach eigenen Angaben derzeit nach Möglichkeiten, die Sicherheit der ERCP-Endoskope zu erhöhen. Einen Rückruf aufgrund einer mangelnden Reini­gungsmöglichkeit hat es offenbar nicht gegeben. Auch die beiden am Ronald Reagan Medical Center eingesetzten Geräte wurden technisch bisher nicht beanstandet.

© rme/aerzteblatt.de

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