Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenkassen haben 2014 Minus von einer Milliarde Euro gemacht

Donnerstag, 26. Februar 2015

dpa

Berlin – Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Jahr 2014 in den roten Zahlen abgeschlossen: Rund eine Milliarde Euro fehlt den Kassen unterm Strich, wie der GKV-Spitzenverband am Donnerstag in Berlin mitteilte. Es ist das erste Minus der Kassen seit dem Jahr 2010. Der Kassenverband erwartet für die Zukunft steigende Zusatzbeiträge.

Dem Milliardenminus zum Trotz sehen sich die Kassen in einer guten Lage. „Das Defizit im vergangenen Jahr ändert kurzfristig nichts an der insgesamt guten Finanzsituation der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz.

Auch das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium sieht keinen Grund zur Beunruhigung. Der „Ausgabenüberhang“ der Krankenkassen beruhe fast ausschließlich auf Prämien­zahlungen in Höhe von rund 700 Millionen Euro und auf freiwilligen Satzungsleistungen von rund 260 Millionen Euro, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Dass die Kranken­kassen knapp eine Milliarde Euro an Prämien und freiwilligen Leistungen an ihre Versicherten zurückführen konnten, zeige „die gute Finanzlage der Kassen“. Das Ministerium bezifferte die Finanzreserven der Kassen auf rund 16 Milliarden Euro.

Die Versicherten müssen aber langfristig dennoch mit höheren Kosten rechnen. „In den nächsten Jahren erwarten wir wegen steigender Ausgaben, zum Beispiel für Ärzte, Kliniken und Medikamente, höhere Zusatzbeiträge für die Versicherten“, sagte GKV-Sprecher Lanz.

Die Krankenkassen wollen demnach die genauen Zahlen zu ihrer Finanzlage in den nächsten ein bis zwei Wochen vorlegen. Der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom Donnerstag zufolge machten nur die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) einen Gewinn, er habe 420 Millionen Euro betragen. Alle anderen Kassenarten schrieben rote Zahlen.

Die Ersatzkassen wiesen laut FAZ nach eigener Darstellung ein Minus von 1,1 Milliarden Euro aus, wobei hier allerdings Prämienausschüttungen von 568 Millionen Euro zu Buche schlügen. Bei den anderen Kassenarten sehe es wie folgt aus: Betriebs­krankenkassen minus 170 Millionen Euro, Innungskassen minus 220 Millionen Euro, Knappschaft minus 20 Millionen Euro. Die Finanzlage sei von Quartal zu Quartal schlechter geworden. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

drkoehnke
am Donnerstag, 26. Februar 2015, 20:51

Defizite

glauben wir´s mal ;-)

Nachrichten zum Thema

13.10.17
Verbraucher fordern gesetzliche Informations­pflichten für Kassen
Berlin – 78 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten sprechen sich dafür aus, dass gesetzlich festgeschrieben wird, welche konkreten Informationen Krankenkassen zu ihren Leistungen, Service- und......
12.10.17
Schätzerkreis streitet über Krankenkassen­beiträge
Bonn – Der Schätzerkreis der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) hat sich nicht einvernehmlich auf eine Prognose der Ausgaben der GKV für das kommende Jahr einigen können. Während die Experten der......
08.09.17
Halbjahresbilanz: Milliardenüberschuss bei den Kassen
Berlin – Die Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2017 einen Überschuss von 1,41 Milliarden Euro erzielt. Damit stiegen die Finanzreserven der Kassen bis Mitte des Jahres auf rund 17,5 Milliarden......
07.09.17
Wachsende Beitragsschulden bei den Krankenkassen
Berlin – Die Versicherten schulden den Krankenkassen mittlerweile mehr als sieben Milliarden Euro. Wie der GKV-Spitzenverband heute bestätigte, summierten sich die Außenstände bei der gesetzlichen......
01.09.17
Bundeshaushalt 2018 sieht kaum Mehrausgaben im Gesundheitsbereich vor
Berlin – Die Bundesregierung hat heute ihren Gesetzentwurf für den Haushalt 2018 vorgelegt. Er sieht Ausgaben und Einnahmen in Höhe von 337,5 Milliarden Euro vor. Damit könnte eine Neuverschuldung......
28.08.17
Krankenhaus­direktoren kritisieren Rechnungskürzungen durch Krankenkassen
Berlin – „Immer agressivere Rechnungskürzungen, mit denen die Krankenhäuser konfrontiert werden“, kritisiert der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). In vielen Fällen gehe es den......
22.08.17
Finanzreserve der Krankenkassen steigt auf 17,5 Milliarden Euro
Berlin – Die Krankenkassen haben in der ersten Hälfte 2017 einen Überschuss von 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ergibt sich aus den Vorabmeldungen der Kassen. Damit wurde der Überschuss von......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige