NewsPolitikKinderschutzbund kritisiert Einstellung des Edathy-Verfahrens
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Kinderschutzbund kritisiert Einstellung des Edathy-Verfahrens

Montag, 2. März 2015

Verden – Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hat zugegeben, sich mit seinem dienstlichen Laptop kinderpornografische Videos und Bilder aus dem Internet besorgt zu haben. Diese Vorwürfe träfen zu, sagte Edathys Verteidiger Christian Noll heute vor dem Landgericht Verden.  Kurz darauf verkündete die Strafkammer die Einstellung des Prozesses gegen eine Geldauflage von 5.000 Euro. Edathy muss das Geld an den Kinderschutzbund Niedersachsen zahlen. Er ist damit nicht vorbestraft.

„Ich habe eingesehen, dass ich einen Fehler begangen habe. Ich habe dazu lange gebraucht“, räumte Edathy in einer von seinem Rechtsanwalt vorgelesenen Erklärung ein. Via Facebook ließ der Politiker später verlauten, er begrüße die Einstellung des Verfahrens: „Eine Fortsetzung wäre unverhältnismäßig gewesen“, so Edathy. Zugleich wies er darauf hin, dass seine Erklärung kein Geständnis sei.

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) kritisierte die Einstellung des Verfahrens: „Wir hatten uns erhofft, dass der Prozess durchgeführt wird. Das Signal, das jetzt davon ausgeht – dass man sich ‚freikaufen‘ kann –  halten wir für fatal“, erklärte DKSB-Vize­präsident  Christian Zainhofer. Seiner Ansicht nach hätte Edathy verurteilt werden müssen. Immerhin seien zur Herstellung des von ihm erworbenen Materials Kinder missbraucht worden.

Anzeige

Dies sei durch die urteilslose Beendigung des Prozesses nur unzureichend berück­sichtigt worden. Auch der Vorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, Johannes Schmidt, monierte, die kinderpornografische Dimension dieses Verfahrens sei „für 5.000 Euro einfach vom Tisch gewischt“ worden.

Edathy war angeklagt, bei mehreren Gelegenheiten kinderpornografische Bilder und Videos aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Außerdem soll er laut Staats­anwaltschaft eine einschlägige CD und einen Bildband mit jugendpornografischen Abbildungen besessen haben. Der Politiker war im Zuge der Ermittlungen gegen einen kanadischen Kinderporno-Händlerring in das Visier der Ermittler geraten. © dpa/hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2019
Berlin – Angesichts mehrerer Rückrufe wegen verunreinigter Lebensmittel will Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) mit den Ländern über Konsequenzen beraten. Bei einem Gespräch mit den
Bund-Länder-Treffen zu Lebensmittelsicherheit am 25. Oktober
14. Oktober 2019
Berlin – Nach den jüngsten Skandalen um bakterienbelastete Wurst und Milch gibt es Streit um die Frage, wer die Verantwortung für eine konsequente Lebensmittelüberwachung trägt.
Scharfe Kritik an Klöckner nach Lebensmittelskandalen
11. Oktober 2019
Darmstadt – Im Skandal um mit Keimen belastete Wurst geht Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) von drei Todesopfern aus. Das wisse man seit gestern, sagte sie heute in Darmstadt.
Ministerin in Hessen geht von drei Todesfällen durch Listeriose aus
11. Oktober 2019
Bremen – Wegen der Gefahr von Durchfallerkrankungen nehmen das Deutsche Milchkontor (DMK) und das Unternehmen Fude und Serrahn eines ihrer Produkte vom Markt. Der am Freitagmorgen veröffentlichte
Rückruf in Supermärkten: Milchproduzent findet Ursache für Verunreinigung von Frischmilch
11. Oktober 2019
Köln – Nach dem Tod einer jungen Mutter und ihres Babys durch vergiftete Glukose aus einer Kölner Apotheke ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen zwei Mitarbeiter des Geschäfts. Die Verunreinigung
Tote nach Glukosetest: Ermittlungen gegen zwei Apothekenmitarbeiter
9. Oktober 2019
Berlin – Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat schwere Vorwürfe gegen das hessische Umweltministerium im Skandals um zwei Todesfälle durch Listerien in Produkten des Wurstherstellers Wilke
Foodwatch erhebt schwere Vorwürfe gegen Ministerium nach Todesfällen durch Listerien
9. Oktober 2019
New York – Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) ist zu einer Schadenersatzzahlung in Milliardenhöhe verurteilt worden. Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Pennsylvania entschied
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER